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Hamax-Bob: kaum benutzt, schon kaputt

Früher war alles besser?

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KONSUMENT 5/2021 veröffentlicht: 29.04.2021

Inhalt

Lenk-Bob: Eine Leserin berichtet über ihre leidige Erfahrung mit der Firma Hamax. Ein Paradebeispiel für geplante Obsoleszenz.

Astrid Zens-Lang aus Vorarlberg wandte sich vor einigen Wochen an uns – mit einem besonders ärgerlichen Beispiel, wie man aus einem guten Produkt mit langer Haltbarkeit ein schlechteres Produkt mit viel kürzerer Haltbarkeit macht, wie es die KONSUMENT-Leserin formulierte. Stein des Anstoßes: ein Lenk-Bob der Firma Hamax.

35 Jahre in Gebrauch

Beim Hamax Lenk-Bob brach nach 10 Tagen ein Plastikteil (Foto: privat) Dabei fing alles so schön nostalgisch an. Weil Frau Zens-Langs Mann vor 35 Jahren einen Hamax-Bob geschenkt bekommen hatte (mit soliden Stahl-Bremsen) und dieser Bob nach wie vor von ihren Kindern verwendet wird, sollte es, damit jedes Kind einen hat, zu Weihnachten 2019 wieder ein Hamax-Bob werden. Weil die Zens-Langs mit dem Modell „Sno Formel“ so gute Erfahrungen gemacht hatten, entschieden sie sich wieder für diesen Bob. - Das Bild zeigt rechts den alten, roten Bob mit Stahlbremse. Im neuen, blauen Bob links ist die Plastikhalterung der Bremse gebrochen (Foto: privat). Kurz verwendet, schon kaputt.

Bremsen aus Plastik

Obwohl, ein klein wenig Bedenken hatten sie schon: Wir hatten wohl gesehen, dass die Bremsen hier aus Plastik waren, aber wir fanden keine Alternativen. Also vertrauten wir auf die jahrzehntelange Kompetenz der Firma im Schlittenbauen und kauften trotzdem.“ Viel Schnee gab es nicht, erst der darauffolgende Winter lockte mit perfekten Bob-„Bedingungen. Es dauerte aber nur bis Neujahr und die Bedenken der Familie wurden bestätigt: Das Plastik-Bremsgestänge brach schon nach dem zehnten Bob-Tag.

Ein ganz klassischer Fall von Verschlimmbesserung eines etablierten Produkts, bei dem Hamax sich den Vorwurf der geplanten Obsoleszenz gefallen lassen muss.

Kein Ersatzteil, oder doch?

Obschon Frau Zens-Lang die Sollbruchstelle Bremse nun ganz klar entlarvt hatte, wollte sie den Bob noch nicht wegwerfen – und hoffte auf Ersatzteile. Ihr erster Weg: die Intersport-Filiale, in der sie den Bob gekauft hatte. Dort wurde ihr gesagt, dass die Firma Hamax keine Ersatzteile liefere. "Nachdem die Rechnung schon älter als ein Jahr sei, sei da nichts zu machen."

Automatisiertes Antwortmail

Von der Firma Hamax wurde Frau Zens-Lang nur mit automatisierten Antwort-Mails abgefertigt. Ihr Fazit: "Nun ist also der ein Jahr alte, äußerlich nigelnagelneue Bob ein Fall für den Sperrmüll! Das ist doppelt ärgerlich, wenn man als umweltbewusste Familie Müll vermeiden möchte."

Hamax beantwortet Frage nicht

Auf unsere Intervention hin meldete sich Hamax dann doch und versicherte, dass es besagten Ersatzteil gebe. Zuständig sei der Händler, wo der Bob gekauft wurde. Unsere Frage, ob die Entscheidung, die Bremsen des Bobs nicht mehr aus Stahl, sondern aus Kunststoff zu fertigen, nicht ein Lehrbuchbeispiel von geplanter Obsoleszenz sei, ließ die Firma freilich unbeantwortet.

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Kommentare

  • Tipp
    von wmfaak am 01.05.2021 um 09:24
    wer sich mit Plastik-Klumpat (Gelumpe) ärgert, dem empfehle ich als Grundausstattung für jeden Haushalt:
    „die Schweißnaht aus der Flasche“. Kein Schnäppchen aber ein praktisches „Werkzeug“, das fast alle defekten Teile wieder zum Leben erweckt.