KONSUMENT.AT - Laudamotion - Negativschlagzeilen

Laudamotion

Hoher Preis für Low Cost

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veröffentlicht: 15.03.2020, aktualisiert: 19.06.2020

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Jahrzehntelang stand der Name Lauda für außerordentliche Leistungen und hohe Qualität. Doch zuletzt waren Negativ-Schlagzeilen an der Tagesordnung. Wohin geht Lauda(motion)?

Preiswerte Charterflüge, freundliches Personal, eine Bordverpflegung vom Feinsten – vor 30, 35 Jahren wurde Lauda-Air von den Medien hofiert. Selbst leise Kritik wurde schon als Majestätsbeleidigung aufgefasst. Heute kann sich der Nach-Nachfolger negativer Schlagzeilen kaum mehr erwehren: massive Verspätungen, Triebwerksschäden oder andere Defekte am laufenden Band, gerichtliche Verurteilungen, hohe Verluste, offenbar sittenwidrige Verträge… Laudamotion (Kurzbezeichnung Lauda) ist drauf und dran, die letzten Sympathien bei Medienvertretern wie in der Bevölkerung zu verlieren.

Aktualisierung vom 19.6.2020
Der Artikel wurde vor dem Corona-Lockdown verfasst. Seither sind die Überlebenschancen für Billig-Airlines dramatisch gesunken. Laudamotion hat inzwischen die Kündigung von mehr als 90 Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen angekündigt.
 
Wie es mit Lauda bzw. Ryanair in Österreich weitergeht, werden wir berichten, sobald die weitere Entwicklung auf dem Markt besser absehbar ist.

 

Die „österreichische“ Lösung

Dabei hatte auch der dritte Neustart einer Lauda-Fluglinie so hoffnungsfroh begonnen. Bei der Geburtsstunde im Jänner 2018 jubelte die Bundesregierung noch über die „österreichische Lösung“. Zwei Monate später war klar, dass Ryanair Laudamotion übernehmen wird. Im Dezember desselben Jahres war die Luftlinie zu 100 Prozent im Besitz der irischen Airline.

Doch enttäuschter Patriotismus ist noch das geringste Problem des Low-Cost Carriers (Billig-Airline). Immer wieder fielen Flugzeuge aus, Passagiere mussten stundenlange Verspätungen in Kauf nehmen, ohne dass sie über die Ursachen informiert wurden.

Spitzenreiter bei Urlauberbeschwerden

Laudamotion ist zum Spitzenreiter bei Urlauberbeschwerden avanciert. Das zeigt jedenfalls eine Erhebung in der Sommersaison 2019 , die vom VKI im Auftrag der Arbeiterkammer durchgeführt wurde. Kein anderes Unternehmen der Tourismusbranche wurde auch nur annähernd so oft genannt. Unter den Fluglinien machten Beschwerden über Lauda rund 29 Prozent aus, mit deutlichem Abstand folgten Wizz Air mit 13 Prozent und Vueling mit 8,7 Prozent.

Musterklagen wegen unzulässiger Zusatzgebühren

Gegen Laudamotion sind auch zahlreiche konsumentenrechtliche Klagen anhängig, angestrengt von uns, dem VKI und der AK. Die AK bereitet – Stand März 2020 - Musterklagen vor, weil Laudamotion für das Einchecken am Flughafen unzulässige Zusatzgebühren verrechnet. Nach unserer Auffassung enthalten die Allgemeinen Beförderungsbedingungen reihenweise unfaire Klauseln. Sie würden beispielsweise den Kontakt der Fluggäste mit der Fluglinie oder die Geltendmachung von Ansprüchen einschränken. Tatsächlich hat das Landesgericht Korneuburg im September 2019 23 Klauseln als unzulässig erklärt , das Urteil ist nicht rechtskräftig. 

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