Apolife Vitamin D3 Tropfen

Mit Palmöl

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veröffentlicht: 05.12.2017

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Vitamin D3 Tropfen, die erstaunlicherweise mit Palmöl erzeugt sind.

 

Das steht drauf: Apolife Vitamin D3 Tropfen

Gekauft bei: Rat & Tat Webshop

Das ist das Problem

Vitamin D regelt den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel im Körper und ist wichtig für Knochen und Zähne; es ist noch an weiteren Stoffwechselvorgängen beteiligt und hat Einfluss auf die Muskelkraft. Vitamin D kann vom Körper über die Haut selbst gebildet werden. Dazu ist Sonnenlicht nötig. Vitamin D wird aber auch über die Nahrung aufgenommen. Gute Quellen sind beispielsweise Hering, Makrele, Leber, Eigelb und Pilze. 
Bei einer nachgewiesenen unzureichenden Versorgung mit Vitamin D, die weder durch die Ernährung noch durch Sonnenlicht ausgeglichen werden kann, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten.

Palmöl enthalten

Die Rat & Tat Apothekengruppe verkauft Apolife Vitamin D3 Tropfen als Nahrungsergänzungsmittel. Und über dieses Mittel ärgerte sich ein Kunde gewaltig, weil es laut Zutatenliste Palmöl enthält. "Apolife wirbt mit folgendem Slogan: ,Wir – Ihre Rat & Tat Apothekerinnen und Apotheker – wollen das Beste für Sie. Deshalb haben wir die Produktlinie Apolife für Ihr natürliches Wohlbefinden entwickelt.‘ Dann entdeckte ich in den Vitamin D3 Tropfen Palmöl, da war es mit dem Wohlbefinden vorbei. Warum muss Palmöl verwendet werden? Man sollte an das Wohlergehen der Orang-Utans und der anderen Tiere sowie an das Wohlergehen des Regenwaldes denken", schrieb er uns.

Problematische Stoffe beim Raffinieren

Palmöl gerät zunehmend in Verruf. Auch aus gesundheitlichen Gründen. Durch Raffinieren (hoch Erhitzen) werden bei pflanzlichen Fetten und Ölen unangenehme und bittere Geruchs- und Geschmacksstoffe entfernt. Während dieses Prozesses entstehen MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester. Die Auswirkungen dieser Substanzen auf den menschlichen Organismus sind noch nicht ausreichend untersucht.

3-MCPD gilt als möglicherweise krebserregend für den Menschen. Für 3-MCPD wurde eine täglich duldbare Aufnahmemenge ermittelt (0,8 Mikrogramm/kg Körpergewicht). Diese Menge kann ein Leben lang täglich aufgenommen werden, ohne dass sich daraus negative Folgen für die Gesundheit ergeben.

Glycidyl-Fettsäureester wird im Körper aufgespalten und dabei wird Glycidol freigesetzt. Dieses gilt als wahrscheinlich krebserregend und erbgutschädigend. Für Glycidol kann keine täglich duldbare Aufnahmemenge festgelegt werden, bei der negative Folgen für die Gesundheit auszuschließen sind. Die Aufnahme über Lebensmittel sollte daher so gering wie möglich sein.

Höchste Konzentration in Palmölen und -fetten

MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester können in allen raffinierten pflanzlichen Fetten und Ölen enthalten sein. Die höchsten Konzentrationen finden sich aber in Palmölen und Palmfetten. Zum Thema Palmöl gab es bereits Gespräche zwischen Gesundheitsministerium und Industrie. Die Notwendigkeit einer Reduktion der Gehalte von MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern stand dabei außer Frage.

In Zukunft ohne Palmöl

Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin D könnte durchaus auf Palmöl verzichtet werden, auch wenn es im Produkt selbst nur in geringer Menge enthalten ist. Wir haben übrigens auch mit Apolife Vitamin D3 Tropfen vergleichbare Produkte unter die Lupe genommen: Bei keinem war in der Zutatenliste Palmöl angeführt. 
Auf unsere Bitte um Stellungnahme kündigte die Rat & Tat Apothekengruppe an, Apolife Vitamin D3 Tropfen in Zukunft ohne Palmöl zu erzeugen.

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