Obst und Gemüse aus Italien

Irgendwie überleben

Seite 1 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 8/2016 veröffentlicht: 28.07.2016

Inhalt

Im Süden Italiens werden Migranten und Flüchtlinge auf Obst- und Gemüseplantagen ausgebeutet. Ob die ­Produkte auch in österreichischen Supermärkten landen, lässt sich ­leider nicht immer feststellen.

Apulien, Süditalien: Inmitten von grünen ­Feldern breiten sich Hütten aus Plastikfolie und Pappe zu einem riesigen Slum aus. Tausende Menschen hausen hier während der Tomatenernte im August. Eine halbe Million Saisonarbeiter aus afrikanischen und osteuro­päischen Ländern sind in Süditalien illegal beschäftigt.

Sie arbeiten bei der Trauben- und Orangenernte, auf Tomaten- und Erdbeerfeldern, in Pfirsich- und Aprikosen­plantagen. Mindestens 100.000 von ihnen ­werden nach Schätzungen der italienischen Agrargewerkschaft FLAI-CGIL ausgebeutet. Für wenige Euro am Tag müssen sie zwölf Stunden und länger arbeiten.

Flüchtlinge werden ausgebeutet

Besonders betroffen sind Flüchtlinge, die auf Lampedusa ankommen und irgendwann auf den Obst- und Gemüseplantagen Süditaliens landen. "In Italien dürfen Asylwerber während ihres Verfahrens nicht im Flüchtlings­lager bleiben", weiß Gilles Reckinger, Professor für Europäische Ethnologie an der Universität Innsbruck. Er besucht regelmäßig die Gebiete rund um die Insel Lampedusa.

Prekäre Arbeits­bedingungen

"Die Flüchtlinge werden vor die Tür gesetzt und müssen schauen, dass sie irgendwie über­leben. Sie haben keine Papiere, keinen Job und kein Dach über dem Kopf." Viele bleiben auf den riesigen Obst- und Gemüseplan­tagen in Sizilien, Kalabrien und Apulien. In Kalabrien pflücken sie rund um Weihnachten Orangen und bekommen dafür einen Hunger­lohn. Laut Reckinger gibt es aber auch in norditalienischen Regionen wie dem Piemont ähnliche Zustände. "Erntearbeit ist in vielen Regionen Europas mit prekären Arbeits­bedingungen verbunden, davor ­dürfen wir nicht die Augen verschließen."


Sie wollen nur Obst und Gemüse kaufen, das bei uns gerade Saison hat? Zur Orientierung können Sie den "Obst und Gemüse Saisonkalender" im A3-Format bei "die umweltberatung" bestellen: Tel. 01 803 32 32 und www.umweltberatung.at/sog. Köstliche saisonale Rezepte finden Sie auf www.umweltberatung.at/rezepte.

Den Saisonkalender zum Ausdrucken finden Sie hier als PDF-Download.

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 0 von 5 Sternen
KONSUMENT-Probe-Abo