KONSUMENT.AT - ÖBB: Ärger - Fahrgastbeschwerden: Preiserhöhungen, Strafen, null Toleranz

ÖBB: Ärger

Null Toleranz statt Kulanz

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KONSUMENT 3/2020 veröffentlicht: 21.02.2020

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Fahrgastbeschwerden. Übermäßige Preiserhöhungen, empfindliche Strafen für Vergesslichkeit und Irrtum, null Toleranz statt Kulanz – Fahrgastbeschwerden an die KONSUMENT-Redaktion zeigen, wo das Bahnfahren zum Ärgernis wird.

ÖBB-Tickets würden für die neue Fahrplanperiode ab Dezember 2019 im Durchschnitt um 1,9 Prozent teurer, hatte ÖBB-Chef Andreas Matthä angekündigt – eine „sehr faire Preisanpassung im Verhältnis zur Leistung“. Für KONSUMENT-Leser Gerald P. klingt das wohl wie blanker Hohn. Er schreibt uns: „Ich muss feststellen, dass die ÖBB seit 1.1.2020 heimlich, still und leise den Preis für die Verbindung Wien–Baden (Online-Vorteilsticket) um 8,7 Prozent von 2,30 auf 2,50 Euro erhöht haben. Seit 2015 wurde der Preis dieser Verbindung von 1,90 Euro somit um fast 32 Prozent bzw. jährlich über 6 Prozent erhöht – und das bei einer Inflationsrate von knapp unter 2 Prozent.“

Viele Strecken verteuert

Seit die ÖBB vor etwa fünf Jahren vom österreichweit einheitlichen Kilometertarif zu „Relationstarifen“ wechselten, werden viele Strecken immer wieder weit über dem veröffentlichten Durchschnittswert verteuert. Und auch die Österreichcard: „Bei der Österreichcard beträgt die Tariferhöhung wieder 6 Prozent“, stellte Alfred L. im Ok­tober 2019 fest. „Kostete die Österreichcard 1. Klasse Classic 2014 noch 2.190 Euro, sind es ab 15.12.2019 unfassbare 2.998 Euro. Immer wieder wird mit der deutschen Bahncard 100 verglichen, an die man sich annähern müsse. Nur ist das Bedienungsgebiet der DB etwa achtmal so groß und hat fast jeder Zug eine 1. Klasse. Die Preis­gestalter der ÖBB scheinen jedes Gefühl für das rechte Maß, für Nachhaltigkeit und Verhältnismäßigkeit verloren zu haben.“

Teure Vergesslichkeit

Gering ist die Toleranz, wenn mal einem Fahrgast ein Irrtum unterläuft. So hatte Thomas E. seine Jahresstreckenkarte vergessen und bekam im Zug eine Nachforderung in der Höhe von 135 Euro aufgebrummt. Laut Zugbegleiter sollte er sich an die Mailadresse fahrgeldnachforderung@pv.oebb.at wenden, damit von der Nachforderung abgesehen werde. Die Mail­adresse erwies sich als „tot“. Telefonische Kontaktversuche blieben erfolglos, niemand fühlte sich zuständig. Auch auf das digitale ÖBB-Kontaktformular war nach 10 Tagen noch immer keine Rückmeldung eingelangt. Die Zahlung ist aber binnen 14 Tagen zu leisten. Dann kam doch noch eine Antwort: Die Nachforderung werde auf 10 Euro reduziert.


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Kommentare

  • ÖBB Ärger
    von Ernst Heinrich am 24.03.2020 um 12:07
    ÖBB Nie wieder! Wir haben 2016 einen Auroreisezug gebucht Online. Jedoch konnten wir nicht wie geplant fahren da meine Frau einen Wirbelsäulen Riss hatte. Trotz Gesprächen über mehrere Kanäle (Beteiebsrat etc.) Wurde uns nur eine Gutschrift angeboten die unter dem Wert von den Karten lagen. Diese Gutscheine mussten aber im selben Jahr verbraucht werden und konnten nur von uns eingelöst werden! Also waren 290 Euro für nichts, außer das sich die ÖBB ein Körberl Geld gemacht hat. Also zu einem keine Onlie Buchungen durchführen da diese nicht bei den Schaltern betreut werden! Bedeutet ÖBB betreibt Quasi 2 Firmen, Online Shop der nichts mit den Verkaufsstellen zu tun hat.
    Deshalb nie wieder ÖBB!!!
  • ÖBB: Ärger
    von korn.tom@gmx.at am 24.02.2020 um 14:58
    Wirklich beschämend wie die Verantwortlichen, oder sind es in Wirklichkeit Unverantwortliche unserer ÖBB mit ihren zahlenden Kunden umgehen. Ein modernes Dienstleistungunternehmen sollt ganz anders funktionieren, und die aufgezeigten Beschwerden und die Reaktionen darauf sind erschreckend. Wenn der ÖBB-Vorstand da nicht umgehend reagiert gehört er selber an die Luft gesetzt!
  • Schüttelzug- unbequem und gefährlich
    von archi am 24.02.2020 um 13:04
    Ich pendel seid den 70er Jahren mit der ÖBB und kann schon andere Lieder davon singen. Aber es geht um zuletzt z.B. dem Komfort. Kann man den Fahrgast den noch weniger Freiplatz zumuten? Armlehnen gehören eigentlich zu dem Verhindern (bei stundenlangen herumquälen) gegen Rückenschmerzen, aber leider sind da auch nur mehr 5 cm für zwei Fahrgäste übrig und damit ist Streit vorprogrammiert.
    In aller Munde ist die Digitalisierung. Meine HF und NF Messungen haben ergeben, das diese Züge eigentlich Todesfallen bzw. Krank Macher sind. Die Werte sind weit zu hoch, unabhängig von den wirtschaftl. erfundenen Grenzwerten. Daher bitte das WIFI verbieten und demontieren!!!
    Die Wagons sind sehr leicht und windig innen und außen. Bei einen entgegen kommenden Schnellzug läuft man Gefahr aus den Schienen geworfen zu werden.
  • Anzeigetafeln und Feedback bezüglich Zugbegleiter
    von Bauer Ingrid am 21.02.2020 um 16:27
    Dem Posting vor mir kann ich nur zustimmen! Früher waren die Tafeln übersichtlicher, außerdem wurden oft noch die Haltebahnhöfe angesagt. Ich denke auch an die Reisenden, die z. B. nach Wr. Neustadt wollen und nicht wissen, dass auch die Pottendorfer Linie dieses Ziel hat.
    Vor zwei Wochen hatte durfte ich zwei positive Erfahrungen mit Zugbegleitern machen: Ich hatte eine Tageskarte Baden-Wien, stieg bei der Heimfahrt in den falschen Zug und konnte erst in Wr. Neustadt wieder aussteigen.Beide Schaffner lächelten und ließen mich ohne Strafe bzw. neue Karte fahren. Danke an diese Zugbegleiter!
  • Fahrtanzeigetafeln
    von Hueher am 21.02.2020 um 13:12
    Wie verblödet ist eigentlich der "Macher+Verantwortliche" dieser Anzeigetafeln, wenn zB. steht.....in Großschrift "Meidling" und darunter winzig klein, weiter nach Liesing,Baden, Wiener Neustadt ??
    Für Fremde und Touristen nicht verständlich und für mich als Einheimischer ohne Brille überhaupt nicht erkennbar ! Vorher gab es noch "normale" Anzeigen mit dem Endziel, heute nur noch ÖBB-typischen Wahnsinn.
    Vielleicht könnte doch der VKI unsere Bahn darauf hinweisen? Österreich ist das einzige Land das ich kenne, mit solchen unsinnigen Blödsinn. Ich bin Bahnfahr-Junkie und kenne viele Bahnen in Europa, Asien und auch Lateinamerikas, nur bei uns herrscht Wahnsinn, bzw. KEIN SERVICE/Kundendienst