ÖBB-Ticket-Automaten: Neue Bedienoberfläche

Gewöhnungsbedürftige Logik

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veröffentlicht: 10.11.2017, aktualisiert: 24.11.2017

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Mit Jahresende 2017 werden endgültig alle rund 1.000 ÖBB-Ticketautomaten österreichweit auf die neue Bedienoberfläche umgestellt sein. Viele ÖBB-Angebote wird man nun am Automaten vergeblich suchen. Und manche Neuerungen verunsichern die Benutzer.

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Mit Jahresende 2017 werden endgültig alle rund 1.000 ÖBB-Ticketautomaten österreichweit auf die neue Bedienoberfläche umgestellt sein (Foto: Christian Höller/VKI) Die ÖBB-Ticketautomaten haben nun dieselbe Optik und Benutzerlogik wie der ÖBB-Online-Ticketkauf über Computer oder Handy. Und doch unterscheiden sich die Angebote deutlich, denn der Zweck der Automaten ist der rasche Kauf einfacher Tickets, meist kurz vor der Abfahrt. Daher gibt es am Automaten vor allem die Grundversorgung mit Einzel- und Tageskarten sowie Wochen- und Monatskarten.

ÖBB-Angebote, die eine längere Zeit zur Auswahl benötigen, sucht man am Automaten vergeblich. Das sind laut ÖBB z.B. "Nachtreisen im Nightjet, Sitzplatzreservierungen und Sparschiene-Tickets". Eine vollständige Aufzählung, welche Angebote die ÖBB als nicht automatentauglich erachtet, muss man selber herausfinden. Entsprechende Hinweise sucht man am Ticketautomaten vergeblich. Auch auf Nachfrage bei den ÖBB erhielten wir keine Liste.

40.000 Stationen

Die größte Veränderung ist wohl, dass jetzt die Stationen aller sieben Verkehrsverbünde in die ÖBB-Ticket-Automaten integriert sind. Dies entspricht über 40.000 Bahnhöfen und Bushaltestellen in ganz Österreich, teilweise auch im Ausland. Laut ÖBB bedeutet dies in etwa eine Erhöhung um das 40-fache. Erfreulicherweise können jetzt auch kombinierte Fahrten, also etwa Bahnticket plus Anschlussfahrt per Bus oder Straßenbahn, über ein einziges Ticket am Automaten erworben werden.

Unterstützung bei der Benutzung

Die Buchstaben auf der Tastatur am Automatenbildschirm sind nun nicht länger alphabetisch, sondern wie auf einer Computertastatur angeordnet. Das Feld "Einfache Bedienung" am Startbildschirm links unten ermöglicht es, mit einfacher Anleitung in vergrößerter Schrift ein Ticket zu lösen.

Unter der Hotline 05-1717 25 können sich z.B. blinde Menschen per telefonischer Anleitung durch den Kaufvorgang führen lassen. Diese Telefonnummer steht auch in Blindenschrift auf jedem Automaten.

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Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
3 Stimmen

Kommentare

  • Zugbindung
    von Maedi 25 am 22.11.2017 um 16:05
    Im Artikel steht, dass es keine Zugbindung für Tickets gibt. Doch gestern habe ich ein Ticket von Wien Kernzonengrenze nach Baden bei Wien gekauft. Darauf steht:"Gültig Di 21. Nov 2017 um 9:29 für eine Einzelfahrt ohne Unterbrechung."
  • Tipp: ein Eingabestift mindert die Infektionsgefahr durch den Touchscreen
    von joehtg am 16.11.2017 um 09:30
    Die unappetitliche Oberfläche der Ticketautomaten berühren zu müssen widerstrebt mir seit 20 Jahren. Jetzt habe ich mir einen Eingabestift zugelegt, er kostet 10 bis 20 Euro.
  • Sture Logik: eine Verbindung muss ausgewählt werden
    von joehtg am 16.11.2017 um 09:24
    Am Sonntag gibt es nur einen Rufbus nach Übersaxen, für den das Verkehrsverbund-Ticket gilt. Das benötigte Ticket von Dornbirn nach Übersaxen ist am ÖBB-Ticketautomaten nicht erhältlich, weil es am Sonntag keine fahrplanmässige Verbindung gibt.
  • Umfassende KRITISCHE ANALYSE hier -
    von WalterK_im_TarifdschungelCamp am 13.11.2017 um 15:55
    http://www.wienerzeitung.at/meinungen/leserforum/917831_Der-neue-OeBB-Ticketautomat-haelt-nicht-was-er-verspricht.html
  • Fast ein PR-Artikel
    von WalterK_im_TarifdschungelCamp am 13.11.2017 um 15:49
    Merkwürdig: Kritik an der Verfügbarkeit bestimmter Auslandstickets, keine Kritik an der Nicht-mehr-Verfügbarkeit bestimmter Inlandstickets. Dass die neue Automatensoftware ganz offensichtlich unausgereift ist und verfrüht in den Echteinsatz gegangen ist, ist für die VKI-Redaktion überhaupt kein Thema. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.- TICKETS FÜR ALLE 7 VERKEHRSVERBÜNDE: Generell von Vorteil ist das nicht. Echte Vorteile bringt das ggf. im Verbünde-überschreitenden Nahverkehr. Im Fernverkehr (ÖBB-Ticket + Verbundticket) handelt man sich de facto eine Zugbindung ein, weil das zeitgebundene Verbundticket die Flexibilität und Geltungsdauer des ÖBB-Tickets außer Kraft setzt. Wer eine Fahrkarte nicht für den sofortigen Fahrtantritt kauft und flexibel bleiben will, sollte die Verbundfahrkarte für den Anschlussbus wie gehabt erst im Bus kaufen, was ja keinerlei Nachteil darstellt. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.- BESTPREIS-GARANTIE: Für die gewählte Verbindung gibt es diese Garantie sehr wohl. Inhaber einer Vorteilscard (Classic /Jugend / Family) erhalten für eine Fahrt Bahn+Bus für die Zugstrecke ein Vorteilsticket und für den Bus ein Verbund-Vollpreisticket. Beim alten Automaten musste man die Fahrkarten stückeln, um die Bahnermäßigung zu lukrieren. (Zu beachten: der oben erwähnte Nachteil bei nicht-sofortigem Fahrtantritt.) -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.- NICHT VERFÜGBARE TICKETS: Neben nicht verfügbaren Gruppentickets für Gruppen 6 Personen (Verlust des erhöhten Rabatts!) gibt es auch keine Fahrkarten ab/zu Grenzpunkten, z.B. Marchegg Grenze, Nickelsdorf Grenze. Zuviel berappen müssen deswegen z.B. Inhaber eines Senioren-Herbst-Aktionstickets, die nach Bratislava oder Mosonmagyaróvár fahren wollen, oder Slowaken, die eine Netzkarte für die Slowakei besitzen.
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