ÖBB Sparschiene

Die Billig-Schiene

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 5/2018 veröffentlicht: 26.04.2018

Inhalt

Sparschiene-Tickets sind preislich attraktiv. Doch mangelnde Stornomöglichkeiten, undurchsichtige Preissteigerungen und die eingeschränkte Verfügbarkeit trüben die Freude.

Ab 9 Euro durch Österreich, ab 19 Euro ins benachbarte Ausland – Sparschiene-Tickets sind die werbewirksamen Preiszuckerl der ÖBB. Es gibt sie für Strecken ab 150 Kilometer. Eine Platzreservierung muss extra gebucht werden.

Doch die beschränkte Anzahl an Billig-Tickets ist jeweils nur im gewählten Zug gültig und die Tickets können – etwa im Krankheitsfall – nicht storniert werden. Ein falsch gewählter Zug, Eingabefehler beim Reisedatum, der gewählten Strecke, dem Namen des Reisenden auf dem Ticket – wird die Falscheingabe nicht binnen drei Minuten entdeckt und das Ticket storniert, ist es zu spät. Eine Namensänderung ist bei Sparschiene Österreich innerhalb von 24 Stunden nach der Buchung möglich, wenn das Ticket noch nicht als PDF-Ticket erstellt oder am Automaten abgeholt wurde.

Neu: Storno-Versicherung

Immerhin wurde die Zugbindung bei Sparschiene-Tickets etwas gelockert. So kann ein anderer Zug benutzt werden, wenn der gewählte Zug ausfällt, mehr als 60 Minuten verspätet ist oder wegen Überfüllung nur mit Reservierung eingestiegen werden kann. Seit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2017 gibt es außerdem die Möglichkeit einer Stornoversicherung für Sparschiene-Tickets. Die kostet extra – etwa 5 Prozent des Reisepreises, aber mindestens 3 Euro – und kann im ÖBB-Ticketshop beim Kauf eines Tickets miterworben werden.

Ein einziger Vertriebsweg ist zu wenig

Sparschiene-Österreich-Tickets sind nur online erhältlich. „Ich finde das eine Frechheit“, schrieb uns KONSUMENT-Leserin Elfriede J. „Denn viele Menschen haben gar kein Internet. Besonders ältere Leute, von denen doch viele wirklich auf jeden Cent schauen müssen, können so keinen Gebrauch von der Sparschiene machen!“ Vermutlich ist diese Einschränkung auf einen Vertriebskanal sogar rechtswidrig. Seit dem Jahr 2015 läuft ein Verfahren vor der Schienen-Control-Kommission.

Anders bei Sparschiene-Europa-Tickets. Sie können online, beim ÖBB Kundenservice unter 05 17 17 (Bezahlung nur mit Kreditkarte), an den ÖBB-Ticketschaltern und bei den ÖBB- Reisebüros gekauft werden. Sie wollten bei internationalen Fernreisen eine intensivere Beratung bieten, begründen die ÖBB den auffälligen Unterschied etwas vage.


Lesen Sie auch unseren Cartoon: ÖBB-Sparschiene 5/2018 zu diesem Thema.

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
4 Stimmen

Kommentare

  • Trainline: Alternatives Fahrkartenportal
    von Tarifdschungler am 15.05.2018 um 14:54
    Das Bayern-Ticket erhält man bei DB nur, wenn man die Suche bis/ab Grenzbahnhof aufteilt und das WESTbahn-Ticket bei WESTbahn kauft.
    Bayern-Ticket auch bei ÖBB erhältlich: Schalter, Automat bzw. online unter https://tickets.oebb.at/de/shop (muss aber am Automat ausgedruckt werden!) .
    Im übrigen werden bei der DB-Zugauskunft Umstiegsverbindungen Railjet / Meridian für Wien Hbf - München Hbf wie bei ÖBB (Scotty, Ticketshop) nur sporadisch angezeigt, obwohl es zu den stündlichen Railjet-Verbindungen in Salzburg einen Meridian-Anschluss gibt.
    -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
    *NEU*: www.trainline.at: Hier sollte man immer die jeweils günstigste Fahrkarten-Kombination für die gesamte Strecke bekommen: Sparschiene ÖBB oder Sparpreis DB sowie als Alternative WESTbahn (jeweils günstigstes Ticket für den gewählten Tag) plus Bayern-Ticket. Trainline (mit Sitz in Paris) behauptet von sich, offizieller Vertriebspartner von 86 europäischen Bahnunternehmen zu sein. Derzeit allerdings keine Fahrkarten für Nachtzüge.
  • Geht auch oft ohne Sparschiene mit Westbahn und DB zum Wochenendtrip
    von oldieparty am 10.05.2018 um 11:04
    Rufe bei meiner Reiseplanung DB und ÖBB auf, wobei DB auch z.B. das Bayernticket einbindet. Die Westbahn ist für alle ein Gewinn, bequemer Einstieg auch Kinderwagen und Rolli und vor allem es gibt das Ticket beim Zugbegleiter und keine böse Überraschung wenn der ÖBB Schaffner kein Ticket verkauft und den Kunden als Schwarzfahrer sieht.
  • an Tarifdschungler: ÖBB-Ticket verfällt
    von REDAKTION am 04.05.2018 um 12:40

    Wir haben von unserer Rechtsabteilung folgende Antwort erhalten: 

    Generell hat man nicht einfach einen Anspruch auf Stornierung von Verträgen (es gibt natürlich gesetzliche Ausnahmen, zB diverse Rücktrittsrechte).
     
    Für die Bahn gibt es aber eine Sonderbestimmung zur Erstattung, nämlich ob § 9 Bundesgesetz über die Eisenbahnbeförderung und die Fahrgastrechte:
     
    (1) Das Eisenbahnunternehmen hat bei Fahrausweisen für Einzelfahrten bis vor dem ersten Geltungstag, bei Zeitfahrkarten und Gruppenfahrausweisen innerhalb deren Geltungsdauer den Fahrpreis ganz oder teilweise zu erstatten, wenn der Fahrausweis nicht oder nur teilweise oder bei Gruppenfahrausweisen von einer geringeren Teilnehmeranzahl ausgenützt worden ist.
    (2) In den Beförderungsbedingungen ist festzulegen, unter welchen Bedingungen der Fahrpreis zu erstatten ist. Erstattungsbeträge unter 4 Euro können von einer Auszahlung ausgeschlossen werden. Das Eisenbahnunternehmen kann die Erstattung von Fahrausweisen beim Kauf über einen bestimmten Vertriebsweg an die Einhaltung besonderer Bedingungen knüpfen.
    (3) Der Erstattungsbetrag gemäß Abs. 1 ist gebührenfrei auszuzahlen, wenn der Fahrausweis aus Gründen, die das Eisenbahnunternehmen zu vertreten hat, nicht oder nur teilweise ausgenutzt worden ist.
    (4) Die Zahlung bzw. die Zahlungsanweisung zur Erstattung hat außer in entsprechend begründeten Fällen innerhalb von zwei Monaten nach Einreichung des vollständigen Antrages auf Erstattung zu erfolgen.
    (5) Alle Ansprüche auf Erstattung sind erloschen, wenn sie beim Eisenbahnunternehmen nicht innerhalb einer Frist von sechs Monaten geltend gemacht worden sind. Die Frist beginnt mit dem auf den Ablauf der Geltungsdauer des Fahrausweises folgenden Tag.
    (6) Diese Bestimmungen zur Erstattung gelten auch für die Verkehrsverbünde bezüglich der Erbringung von Eisenbahnverkehrsleistungen.“
    Soweit der Gesetzestext.
     
    Wir sagen: Einzelfahrkarten können daher bis vor dem ersten Geltungstag zurückgegeben werden; Zeitkarten auch während der Geltungsdauer (aliquote Erstattung). Das Unternehmen kann aber eine Gebühr dafür verlangen, außer der Grund für den Nichtantritt ist vom Bahnunternehmen zu vertreten.
     

    Damit die Sache nicht zu ernst wird, hier ein Link zu unserem Sparschiene-Cartoon: https://www.konsument.at/sparschiene-cartoon052018

    Ihr KONSUMENT-Team

  • DB-Sparpreis: Keine kostenlose Stornierung!
    von Tarifdschungler am 03.05.2018 um 13:59
    - Unentgeltlich storniert werden können bei der DB nur online gekaufte Normalpreis-Fahrkarten ("Flexpreis") bis einen Tag vor dem Geltungstag. Ab dem ersten Geltungstag (!) wird eine Stornogebühr von 17,50€ bzw. 19€ eingehoben. Das ist eindeutig kundenfreundlicher als bei den ÖBB: Online-Tickets überhaupt nicht erstattbar; ab dem ersten Geltungstag generell keine Stornierung (auch nicht Standardtickets).
    - Die billigsten DB-Sparpreis-Tickets (ab 19,90€) können ebenfalls nicht storniert werden.
    - Nur DB-Sparpreis-Tickets ab 29,90€ können vor dem ersten Geltungstag storniert werden, allerdings nicht kostenlos, sondern nur gegen eine Gebühr von 19€.
    - Die WESTbahn ist mit ihren WESTsuperpreis-Tickets am kundenfreundlichsten: Ein Ticket kann bis vor Reiseantritt kostenlos storniert werden oder in einem anderen Zug am Geltungstag des Tickets gegen Aufzahlung auf den Normalpreis genutzt werden.
    - ÖBB: Als absolut minimales Entgegenkommen gegenüber ihren Kunden wäre zu erwarten, dass Sparschiene-Tickets am Geltungstag gegen Aufzahlung am Schalter oder beim Zugbegleiter in einem anderen Zug genutzt werden können. Dabei ist ein Missbrauch völlig ausgeschlossen. Es ist nicht einzusehen, dass der bezahlte Betrag einfach verfällt. Ist das konsumentenrechtlich einklagbar?

    DB: https://www.bahn.de/p/view/angebot/sparpreis/index.shtml
  • Die Deutsche Bahn bietet, mit der ÖBB verglichen, viele Vorteile (2)
    von vote blanc am 27.04.2018 um 13:31
    - Weil Deutschland viel größer ist, bedient die Deutsche Bahn weitaus mehr (auch innerdeutsche) Fernverbindungen; auf diesen - viel längeren - Strecken ist die Wahrscheinlichkeit, dass Verspätungen passieren, natürlich größer.
    - Jene deutschen Züge, deren Laufstrecken mit österreichischen Entfernungen vergleichbar sind, weisen meiner Erfahrung nach zumindest die gleiche Pünktlichkeit auf wie die der ÖBB.
    - Auf der Relation von Eisenstadt ins 60 km entfernte Wien (planmäßig schon mehr als eine Stunde Fahrzeit!) etwa hat fast jeder Zug Verspätung.
    - Viele weitere Details funktionieren bei der deutschen Bahn besser; zum Beispiel gibt es aktualisierte Wagenreihungen auf jedem Bahnsteig, die zusätzlich von Lautsprecherdurchsagen begleitet werden.
    - In Deutschland werden Fahrgäste bei nicht geplanten Aufenthalten in der Regel durch den Triebfahrzeugführer informiert (was zu seinen/ihren Dienstpflichten gehört); in Österreich ist man unhöfliches Schweigen gewohnt und Entschuldigungen für Verspätungen hört man praktisch nie.
    - Last but not least: Für die ÖBB zahlt jeder Steuerpflichtige mehr als € 500.- im Jahr, auch ohne je eine Fahrkarte gekauft zu haben.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo