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ÖBB: Tickets

Tücken beim Online-Kauf

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KONSUMENT 4/2020 veröffentlicht: 26.03.2020

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Noch wird der Großteil der ÖBB-Tickets am Automaten und am Ticketschalter erstanden. Der Online-Kauf ist nicht ohne Tücken. Ein neues System wird demnächst erprobt.

Die ÖBB verkaufen im Jahr knapp 50 Millionen Zugtickets, davon etwa 56 Prozent am Ticketautomaten, 18 Prozent am Ticketschalter und 26 Prozent digital (wobei die Online-Verkäufe jährlich zunehmen). Digital können Tickets via ÖBB-App am Smartphone oder online im Ticketshop https://tickets.oebb.at erworben werden. Die Erstellung eines ÖBB-Kontos vereinfacht den Online-Kauf. Damit können persönliche Daten, Ermäßigungen, Zahlungsinformationen und Streckenfavoriten auch für künftige Ticketkäufe vorkonfiguriert werden.

Personalisierte Tickets

Digital erworbene Tickets können als Handy-Ticket auf die ÖBB-App geladen, als PDF-Ticket zum Ausdrucken oder als Automaten-Ticket (mit Abholcode am Bahnhof) bezogen werden. Am PDF-Ticket und auch am Handy-Ticket muss der Name des Reisenden angegeben werden. Deshalb sind diese Tickets auch nur gültig, wenn die Identität mit einem Ausweis nachgewiesen werden kann. Bezahlt werden können digital erworbene Tickets mit eps-Online-Überweisung (österreichische Bankinstitute), Kreditkarte, PayPal oder giropay (Online-Überweisung deutscher Bankinstitute).

Probleme beim digitalen Ticketkauf

Nach Erfahrung der Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte apf gibt es betreffend den digitalen Ticketkauf die meisten Probleme beim Kauf über den ÖBB-Ticketshop. Immer wieder passiert es da, dass Tickets für das falsche Datum, die falsche Richtung, die falsche Kategorie oder auf den falschen Namen gebucht werden.

Drei Minuten Stornofrist

Vielen Reisenden scheint unklar zu sein, wie sie vorgehen sollen, wenn etwas an ihrer Online-Ticketbuchung nicht korrekt ist. Hier sollte im Zweifelsfall kurz entschlossen die UNDO-Funktion genutzt werden, mit der ein Ticket innerhalb von drei Minuten nach dem Kauf storniert werden kann – sofern es noch nicht als PDF-Ticket bezogen wurde, denn damit ist jede Stornomöglichkeit vertan.


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Kommentare

  • Bis wann kann man Ticket kaufen?
    von Tarifdschungler am 15.04.2020 um 20:01
    Dass mit der ÖBB-App ein Ticket bis 3 Minuten nach fahrplanmäßiger Abfahrt des Zuges gekauft werden kann, wäre sehr überraschend. In den AGB steht diesbezüglich überhaupt nichts, nur für Sparschiene-Tickets ist geregelt, dass der Erwerb bis 1 Minute vor Abfahrt möglich ist. Die AGB der ÖBB gehören jedenfalls dahingehend ergänzt, wie lange bei den anderen Ticketarten die Möglichkeit zum Kauf besteht.
  • Erfahrungen eines Konsument-Lesers
    von Tarifdschungler am 15.04.2020 um 18:50
    Ich bin neugierig, ob diese meine Erfahrungen auch irgendwann in einem VKI-Artikel ihren Niederschlag finden.

    1) Fahrt Wien - Krems: Der Schaffner kommt. Drei beisammensitzende junge Leute, einer hat Probleme mit der Ticket-App. Der Schaffner sagt, dass er später wiederkommen werde. Irgendwann kommt er wieder vorbei, scheint aber vergessen zu haben, dass er dort kontrollieren muss. Der junge Mann zeigt sein Handyticket ungefragt her. Alles okay.

    2) Fahrt Wien - Kärnten: Der Schaffner macht ein Pärchen darauf aufmerksam, dass das Sparschiene-Ticket nicht für diesen Zug gilt. Das tut er einige Minuten lang, dann murmelt er irgendetwas und sie dürfen weiterfahren. Wenn ein Kontrollor gekommen wäre, wäre nicht nur das Pärchen, sondern auch der Schaffner fällig gewesen. Und die Dummen sind die, die sich normale Tickets kaufen, weil sie flexibel sein wollen.

    3) Fahrt im Waldviertel: Eine Frau steigt ein und setzt sich hin. Der Schaffner kommt. Sie sagt, der Automat habe nicht funktioniert Er fragt nicht weiter und verkauft ihr eine Fahrkarte.

    4) Wien - Wr.Neustadt im Railjet am Vormittag: Eine Frau zeigt ihre Fahrkarte her, der Schaffner will sie nicht akzeptieren, weil sie nicht mehr gültig sei. Sie sagt, sie habe am Vorabend in Wr.Neustadt eine Rückfahrkarte am Schalter verlangt und jetzt fahre sie eben zurück. Nach einigem Hin und Her lässt sie der Schaffner unbehelligt weiterfahren. Es stellt sich heraus, dass sie als Rückfahrkarte eine VOR-Tageskarte erhalten hatte. Was natürlich ein Unfug des Schaltermitarbeiters war, denn die Tageskarte gilt nicht am nächsten Tag. Er hätte rückfragen müssen, wann die Rückfahrt stattfindet und hätte sie darauf verweisen müssen, die Fahrkarte für die Rückfahrt am nächsten Tag vor der Abfahrt zu kaufen. Sie hätte aber auf die erhaltene Fahrkarte schauen sollen und lesen, was darauf steht, und sie dann stornieren lassen sollen.

    5) Im Railjet Graz - Wien: Mutter und Sohn (ca. 15) im Zug, Sohn setzt sich in gegenüberliegende Sitzreihe. Die Schaffnerin kommt, Mutter und Sohn tun so, als ob sie nicht zusammengehörten. Der Junior hat kein Ticket, die Schaffnerin fordert ihn auf, mit der App eines zu kaufen. Das Spiel wiederholt sich dreimal. Mit Engels-, vielmehr Eselsgeduld fordert die Schaffnerin den Junior auf, sich ein Ticket zu kaufen, sonst müsse sie eine Strafzahlung einheben. Danach immer Getuschel zwischen Sohn und Mutter. Eine Vorteilscard hat der Junior anscheinend. Irgendwann, beim vierten Mal, zeigt der Junior endlich sein Handyticket her.
    Meiner Meinung war das schon zu viel Engelsgeduld. Wenn das bei allen Fahrgästen so liefe, bräuchte man 20 Schaffner pro Zug.