Gewährleistung und Garantie Extra

Recht und Gnade

Seite 15 von 15

veröffentlicht: 03.08.2005, aktualisiert: 16.10.2015

Inhalt

Die Ausreden der Unternehmen

Konsumenten berichten uns regelmäßig von den Ausreden, die sie zu hören bekommen, wenn Firmen Ihrer gesetzlichen Gewährleistungspflicht nicht nachkommen wollen. In unserem "Bericht zur Lage der KonsumentInnen 2009/2010" (350-Seiten, PDF, 2,71 MB) finden Sie dazu Fallbeispiele und eine Darstellung Ihrer rechtlichen Möglichkeiten (ab Seite 10). Ein Auszug aus dem Bericht:

So wimmeln Firmen Kunden ab

  • Statt des Austauschs bietet der Händler nur die Verbesserung an.
  • Bei längeren Reparaturzeiten werden die Kunden nur vertröstet und hingehalten. Bei Protest wird der geforderte Austausch oder die Rücknahme des Gerätes vehement verweigert.
  • Laut Verkäufer könne die Ware leider nicht ausgetauscht werden – dies wäre erst nach dem dritten Verbesserungsversuch so vorgesehen.
  • Eine Rückgabe des Kaufpreises sei ausgeschlossen. Maximal könne man eine Preisminderung anbieten.
  • Bei getragener Textilware gibt es grundsätzlich kein Rückgaberecht.
  • Dass die Ware abfärbt, wäre ganz normal, da könne man als Verkäufer nichts machen.
  • Ohne Originalverpackung könne das Gerät nicht zurückgenommen werden.
  • Einen Produktions- und/oder Materialfehler schließe er als Händler aus.
  • Als Verkäufer treffe ihn ja kein Verschulden für den aufgetretenen Defekt. Deshalb könne er hier nichts machen.
  • Für Abverkaufsware oder Ausstellungsware gibt es keine Gewährleistung, ein Austausch oder eine Reparatur bzw. die Rücknahme der Ware sei hier ausgeschlossen.
  • Das Gerät hat ja eine Zeit lang funktioniert. Der Defekt habe nichts mit Gewährleistung zu tun.
  • Das Gerät wäre unsachgemäß behandelt worden.
  • Hier liege sicher ein Feuchtigkeitsschaden vor.
  • Als Verkäufer wäre er für den Mangel nicht verantwortlich.
  • Der Defekt müsse auf eine Abnützung zurückzuführen sein.
  • Man möge sich an den Hersteller/an die Servicefirma X wenden. Diese wären hier zuständig.
  • Der Hersteller nehme das defekte Produkt ja nicht zurück.
  • Der Hersteller verweigere den Austausch oder verlange eben Reparaturkosten.
  • Der Hersteller lehne die Garantie leider ab, mehr könne man hier nicht machen.
  • Die Garantie beträgt nur ein Jahr und ist abgelaufen. Daher gibt es keinen Anspruch mehr.
  • Defekte Ware könne grundsätzlich im Geschäft nicht übernommen werden. Zuständig ist die Firma X. Man möge diese unter der Servicenummer anrufen.

ABGB § 932 und KSchG §8

Sollten Sie in Sachen Gewährleistung im Geschäft in eine unerfreuliche Diskussion verwickelt werden, können Sie sich auf folgende Gesetze berufen:

  • Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB) § 932 und
  • Konsumentenschutzgesetz (KSchG) § 8.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
65 Stimmen

Kommentare

  • Set oder Bindung
    von REDAKTION am 20.03.2012 um 11:45

    Wenn Verbesserung oder Austausch nicht möglich sind, haben Sie das Recht auf Wandlung des Kaufvertrages. Dieses gilt für das gesamte Set, das Sie gekauft haben.

    Ihr Konsument-Team

  • Gewährleistung für Set oder Bindung
    von norgas am 19.03.2012 um 15:52
    Die Frage die sich für mich stellt ist die, ob in meinem Fall die Gewährleistung und gegebenenfalls das Recht auf Wandlung für das Set (Bindung + Ski) gilt oder nur für die Bindung? Beides sind verschidene Hersteller. Das Set wurde aber beim Händler montiert (somit hergestellt?). Wenn es auf eine Wandlung hinausläuft, weil eine Nachbesserung nicht möglich icht, möchte ich aus den genannten Gründen keine andere Bindung auf dem Ski.
  • Gebrochene Steighilfe
    von REDAKTION am 19.03.2012 um 15:25

    Zuständig für die Gewährleistung ist in erster Linie der Händler, bei dem das Skiset gekauft wurde. Verbesserung oder Austausch müsssen innerhalb angemessener Frist erfolgen. Wir raten daher, eine Frist von 14 Tagen zu setzen. Wandlung ist dann möglich, wenn eine Verbesserung oder ein Austausch unmöglich ist, etwa wenn Verbesserung oder Austausch für den Verkäufer einen unverhältnismäßig hohen Aufwand darstellen würden oder wenn Ihr Vertragspartner Verbesserung oder Austausch ablehnt oder damit in Verzug kommt.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Gewährleistung
    von norgas am 19.03.2012 um 14:54
    Habe mir heuer im Winter ein Skitourenset bestehnd aus Bindung und Ski gekauft. Nun ist mir schon zum zweiten mal die Steighilfe der Bindung abgebroche. Beim estenmal wurde die Bindung Diskussionslos ausgetauscht. Beim zweiten mal wurde dies zumindest zugesichert. In verschiden Berforen findet man Einträge über dasselbe Problem. Diese Steighilfe ist mittels eine Kunststoffplatte angeschraubt die keine genügende Fetigkeit aufweist. Meines Erachtens ist ein Konstruktionsfehler und es ist nur eine Frage der Zeit bis das Problem wieder auftritt. Meine Frage: Was für Fristen muss ich einem Hersteller einräumen um ein solches Problem zu lösen? Falls es keine Lösung gibt, habe ich dann das Recht den ganzen Kauf, des ganzen Sets, zu wandeln? Die Montage einer neuen Bindung bedeutet das bohren von neuen Löchern, was den Ski schwächen würde, und zudem besteht die Gefahr von eindringendem Wasser in den alten Löchern.
  • Mängel an Küchenherd
    von REDAKTION am 28.02.2012 um 11:14

    Die Frist, innerhalb der man die gesetzliche Gewährleistung geltend machen kann, beträgt zwar zwei Jahre, allerdings gibt es eine Einschränkung: Wird die Gewährleistung später als 6 Monate nach dem Datum der Übergabe an den Käufer geltend gemacht, muss der Käufer nachweisen, dass der Fehler schon bei der Übergabe der Ware bestanden hat. Sie müssten also nachweisen, dass der Fehler im Herd schon von Anfang an vorhanden war.

    So eine Nachweis ist meistens leider nur im Rahmen eines Gerichtsverfahrens mithilfe des Gutachtens eines gerichtlich beeideten Sachverständigen möglich. Wenn es ein teurer Herd war und Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, die diesen Fall deckt, ist dies eine Überlegung wert. Eine Klage wäre aber rasch einzubringen, denn die 2-Jahres-Frist nach dem Kauf des Herdes läuft bald ab.

    Ihr KONSUMENT-TEAM

KONSUMENT-Probe-Abo