Internet sicher nutzen: Flash-Cookies und Skripte

Aus dem Versteck geholt

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KONSUMENT 4/2016 veröffentlicht: 23.03.2016, aktualisiert: 05.05.2016

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Skripte

Es gibt noch weitere Elemente, die man mithilfe eines Add-ons quasi sichtbar machen kann: Skripte. Das sind Befehlsfolgen, die in einer bestimmten Programmiersprache ­abgefasst wurden. Die bekannteste ist JavaScript. Skripte sagen dem Browser, welche Bestandteile einer Website er der Reihe nach laden soll – und das können viele sein. Wer computertechnisch interessiert und bereit ist, einen erhöhten Lernaufwand auf sich zu nehmen, kann beispielsweise auf Adblock Plus verzichten und zusätzlich zu Ghostery das mehr als zwei Millionen Mal herunter­geladene Firefox-Add-on NoScript verwenden. Lediglich Chrome bietet mit uMatrix etwas Vergleichbares an. Die restlichen Browser lassen aus oder es stehen nur Add-ons zur Verfügung, die sich in der ­ Praxis noch nicht ausreichend bewährt ­haben, um als Empfehlung durchgehen zu können. Schließlich stammen sie ja von ­Drittanbietern.

Viel Zeit zum Experimentieren

Der anfängliche Aufwand ist jedenfalls deshalb hoch, weil vor allem NoScript in den Standardeinstellungen so ziemlich alle Elemente einer Website blo­ckiert. Möchte man im Endeffekt nur jene (vorübergehend oder dauerhaft) freigeben, die man benötigt, um das gewünschte Angebot nutzen zu können, muss man die von den beiden Erweiterungen angezeigten Listen mit ihren oft unverständlichen Bezeichnungen schrittweise abarbeiten und auch immer wieder Änderungen ­widerrrufen. Kurz gesagt, man verbringt viel Zeit mit dem Experimentieren.

Tücken beim Online-Bezahlen

Das Blockieren von Skripten hat außerdem seine Tücken, etwa beim Online-Bezahlen. Wird man von einem Shop erstmals zu einem Zahlungsdiensteanbieter weitergeleitet, dann kann es passieren, dass der Bezahl­vorgang mittendrin stoppt, weil ein oder mehrere wichtige Elemente geblockt sind. Unmittelbares Freischalten führt dann meis­tens zu einer Fehlermeldung. In weiterer Folge kann man oft nur nachträglich über Umwege feststellen, ob die Zahlung trotzdem abgeschlossen wurde oder nicht.

Dennoch: Für alle, die sich auf die genannten Erweiterungen einlassen, überwiegen letztlich die Vorteile in Form des nochmals erhöhten Schutzes beim Surfen im Internet.

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Wertung: 5 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Mittlerweile gibt es uMatrix auch für Firefox
    von Cuchulainn am 04.04.2016 um 22:11
    In der Beschreibung zum Add-on steht zwar "Für fortgeschrittene Benutzer", aber die grafische Matrix-Darstellung mit ihren roten und grünen Feldern bietet meiner Meinung nach mehr Übersichtlichkeit über die blockierten und erlaubten Verbindungen.
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