Internet sicher nutzen: App-Berechtigungen

Datenzugriff am Smartphone

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KONSUMENT 7/2016 veröffentlicht: 23.06.2016

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Manche Smartphone-Apps verlangen scheinbar ­grenzenlosen Datenzugriff. Mit den aktuellen Betriebssystemen kann man dem gegensteuern.

iPhone-Nutzer haben es besser – und ebenso Besitzer eines Smartphones mit Version 6 des Android-Betriebssystems. Mit dieser wurde nämlich eingeführt, was bei Apple schon seit Jahren selbstverständlich ist: die einfache und von den Herstellern offiziell zugelassene Möglichkeit zur Kontrolle und Beschränkung der Zugriffsberechtigungen von Apps.

Beschränkung der Zugriffsberechtigung

Wer nicht akzeptieren mochte, dass zum Beispiel eine Kalender-App oder die Fahr­planauskunft der ÖBB (Scotty) die gespeicherten Kontakte und die aktuellen Posi­tionsdaten abrufen müssen, hatte unter ­Android bisher nur zwei Möglichkeiten: mit sogenanntem Root in die Gerätesoftware einzugreifen und den Verlust der Herstellergarantie in Kauf zu nehmen oder vollständig auf die Nutzung der entsprechenden App zu verzichten. Dabei war es nicht etwa so, dass es technische Hindernisse gegeben hätte. Eine vor Jahren verfügbare App, welche den Nutzern den erwünschten Zugriff gestattete, wurde – weil von Google nicht gewollt – rasch wieder aus dem Play Store entfernt.

Komfort leidet

Tatsache ist jedenfalls, dass viele Apps auch mit eingeschränkten Berechtigungen funktionieren, nur eben nicht so komfortabel. Leider erschließen sich Sinn und Notwen­digkeit von Berechtigungen dem Nutzer oft nicht ohne nähere Erklärung (siehe auch ­Kasten „Datenspion Scotty?“). Wenn Scotty den aktuellen Standort oder die gespei­cherte Wohnadresse eines Kontaktes nicht abfragen darf, dann muss man Ausgangs- und Endpunkt der Fahrt eben händisch ein­tippen. Und ähnlich verhält es sich mit den Termineinträgen im Kalender. Mehr steckt – zumindest bei seriösen Anbietern – nicht dahinter.


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Dieser Artikel entstand im Rahmen der „Action 670702 – ECC-NET AT FPA“, für welche das Europäische Verbraucherzentrum Österreich Förderungen aus den Mitteln des Verbraucherprogramms der Europäischen Union (2014–2020) erhält.


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Kommentare

  • Zu viel Paranoia ist auch nicht gut...
    von 39373 am 21.07.2016 um 11:50
    Vor ein paar Jahrzehnten gab es noch gedruckte Telefonbücher, in denen Name, Titel, oft Beruf und die komplette Adresse (später verkürzt) veröffentlicht wurden. Manchmal waren auch Verwandtschaftsverhältnisse (Ehefrau) angegeben. Wer wollte, konnte sich also nur mit dem Telefonbuch ganze Familienstammbäume und Wohnorte von Fremden zusammensuchen. Man darf bei aller Vorsicht bez. der persönlichen Daten nicht übersehen, dass man nur ein Element unter Millionen, ja Milliarden, ist. - Und das wirkliche Problem ist ein meinen Augen der Kundenkartenwahn. Was hier von unzähligen Menschen für ein paar lächerliche Euro Rabatt an persönlichsten Informationen (was kaufe ich wie oft in welchen Geschäften zu welchen Zeiten...) freizügig hergegeben wird, lässt mich über die Whatsapp-Hysterie nur schmunzeln.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo