Smartwatch für Kinder: schwere Sicherheitslücke

Zugriff auf Daten wie Standortverlauf, Telefonnummern etc.

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veröffentlicht: 06.02.2019

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Die EU-Kommission hat die Kinder-Smartwatch ENOX Safe-Kid-One als Sicherheitsrisiko eingestuft und einen europaweiten Rückruf angeordnet. 

Das Modell Safe-Kid-One dient als Smartphone-Ersatz für Kinder. Bis zu drei Nummern können gespeichert werden, die das Kind im Notfall anrufen kann. Per GPS können Eltern außerdem den Standort ihres Kindes verfolgen und wissen stets, wo sich das Kind aufhält. Auch auf der Website wird das Produkt als Überwachungsinstrument für Eltern angepriesen: „Sie können Ihr Kind überall und zu jeder Zeit im Auge behalten, mit ihm sprechen und auf es aufpassen.“ Durch eine schwere Sicherheitslücke wird die beworbene Überwachung allerdings auch für Hacker möglich.

Ortung der Kinder für Dritte möglich

Die intelligente Uhr hat gravierende Sicherheitsmängel, die den Datenschutz betreffen. Bei dem Modell „Safe-KID-One“ werden die Kommunikationsdaten unverschlüsselt übermittelt und ermöglichen damit Fremden Zugriff auf Daten wie Live-Standortverlauf, Telefonnummern etc. Durch die fehlende Verschlüsselung können Hacker die Notruf-Nummern beliebig ändern. Außerdem ermöglicht es böswilligen Außenstehenden beispielsweise Befehle an die Uhr zu senden, mit dem Kind zu kommunizieren oder das Kind über GPS zu orten. Solange diese Daten nicht verschlüsselt sind, kann das Kind direkt geortet oder kontaktiert werden. Der Hersteller ENOX hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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