Schadstoffe in Mal- und Schreibutensilien

Bedenklich bunt

Seite 1 von 1

KONSUMENT 9/2018 veröffentlicht: 30.08.2018

Inhalt

Buntstifte, Fasermaler und Tinten können stark mit Schadstoffen belastet sein, das zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest.

Besonders problematisch sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die in mehreren Buntstift-Sets in bedenklichen Konzentrationen gemessen wurden. PAK entstehen bei unvollständiger Verbrennung von organischem Material wie Holz, Kohle oder Öl. Sie können in die Produkte gelangen, wenn bei der Produktion geschlampt wird.

Gesundheitsschädliche Folgen

Einige dieser Schadstoffe können Krebs verursachen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung gefährden. Ebenfalls nachgewiesen wurden aromatische Amine, die aus Azofarbstoffen stammen. Auch diese Substanzen können Tumore verursachen bzw. stehen sie im Verdacht, dies zu tun. Freie aromatische Amine, die sich in Wasser lösen, sind am gefährlichsten. In den Buntstiften sind die schädlichen Amine in Azopigmente eingebunden, die als schwer wasserlöslich gelten.

Nach Ansicht von Experten sind diese allerdings keineswegs als sicher einzustufen: Es sei nicht auszuschließen, dass körpereigene Enzyme oder Bakterien auf der Haut die Amine aus den Azopigmenten abspalten. Im Test waren vor allem rote und gelbe Lacke sowie schwarze, rote, dunkelbraune und orangefarbene Minen damit belastet.

Buntstifte ohne Schadstoffe

Die Untersuchung bestätigt im Wesentlichen die Ergebnisse unseres letzten Buntstifte-Tests (KONSUMENT 8/2017). Damals wiesen 13 von 20 getesteten Sets bedenkliche Konzentrationen an aromatischen Aminen auf. Dass es auch ohne aromatische Amine geht, bestätigte sich auch im aktuellen Test. Die Buntstifte von Faber-Castell, Stabilo, Bic Kids, Mäc Geiz und Depesche waren frei davon.

Bei Tinten sowie bei einigen Fasermalern liegt die Problematik in bestimmten Konservierungsmitteln, die Allergien auslösen können. Bei den Fasermalern waren die Testprodukte von Bic Kids und Idena belastet, bei den Tinten waren es gar fünf von sechs Produkten. Lediglich die Tintenpatronen von Schneider waren frei von derartigen Konservierungsmitteln.

Vorsicht beim Einkauf für den Schulbeginn! (Foto: Camptolon/shutterstock.com)

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
1 Stimme
KONSUMENT-Probe-Abo