Legionellen

Gefahr liegt in der Luft

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KONSUMENT 6/2016 veröffentlicht: 25.05.2016

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Legionellen können eine schwere Lungenentzündung auslösen. Sie werden durch das Einatmen feiner Wassertröpfchen übertragen. Wichtigste Präventionsmaßnahme ist die regelmäßige Kontrolle der Warmwassersysteme.

Entdeckt wurden die Legionellen als Krankheitserreger im Jahr 1976, als während eines Veteranentreffens in einem Hotel in Philadelphia 180 der über 4.000 Delegierten erkrankten und 29 von ihnen starben. Legionellen kommen in sehr geringer Konzentration weit verbreitet in der Natur vor: in Süßwasser, Grundwasser und auch in feuchter Erde.

In Warmwassersystemen vermehren sie sich ab einer Temperatur von 21 Grad Celsius rasch, am stärksten zwischen 30 und 45 Grad. Ab 55 Grad erfolgt kein Wachstum mehr, ab 60 Grad sterben vorhandene Legionellen langsam ab. Eine Ansteckungsgefahr besteht dort, wo feine Tröpfchen (Aerosole) von mit Legionellen belastetem Wasser entstehen können, diese eingeatmet werden und Legionellen in die Lunge gelangen – etwa bei Duschen, Whirlpools oder Befeuchtungsgeräten.

Erkrankungsformen

Es werden zwei durch Legionellen ausgelöste Erkrankungsformen unterschieden:

Die leichte Form, das Pontiac-Fieber, hat Symptome einer fieberhaften Erkrankung mit Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit und ist nach drei bis vier Tagen vorbei. Sie wird selten nachgewiesen, weil man bei solchen Symptomen kaum auf Legionellen untersucht.

Gefährlich ist die Legionärskrankheit, eine Lungenentzündung, die mit hohem Fieber und grippeähnlichen Symptomen einhergeht. Sie tritt vor allem bei älteren und immungeschwächten Personen auf. Kinder und gesunde Erwachsene sind selten betroffen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht zu befürchten. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage. Zahlen aus Deutschland besagen, dass bei etwa vier Prozent der diagnostizierten Lungenentzündungen Legionellen die Ursache sind. Ärzte sprechen von einer Wahrscheinlichkeit bis zu 20 Prozent, dass diese spezielle Form der Lungenentzündung tödlich endet.

Meist werden Antibiotika verschrieben

Bei entsprechenden Symptomen werden meist Antibiotika verschrieben, die alle Möglichkeiten für eine Lungenentzündung – Pneumokokken und Legionellen – abdecken. Speziell auf Legionellen untersucht wird allenfalls in Spitälern. Die Dunkelziffer bei Legionellenerkrankungen ist daher hoch.

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Kommentare

  • Stagnation
    von LachtnerGu am 01.06.2016 um 11:29
    Am besten verhindert man Stagnation mit intelligenten, automatischen Armaturen.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo