Ritter Sekt

Woher stammt der Wein?

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veröffentlicht: 13.12.2018

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Sekt, der mit Österreich-Bezug wirbt, aber in Deutschland produziert wird.

Das steht drauf: Ritter Sekt

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Wenn es etwas zu feiern gibt, ist Sekt meistens mit dabei. Wer mit österreichischem Sekt anstoßen will, scheint mit Ritter Sekt nach dem ersten flüchtigen Blick auf die Flaschenaufschrift die richtige Wahl getroffen zu haben. Auf der Flasche ist eine blaue Banderole mit der Aufschrift „Aus dem Hause Schloss Raggendorf“ angebracht. Schloss Raggendorf ist in Prottes gelegen, einem Ort im niederösterreichischen Weinviertel. Also wird in der Flasche wohl österreichischer Sekt drin sein. Oder doch nicht?

Hergestellt in Deutschland

Auf der Flaschenrückseite ist Schloss Raggendorf nochmals angeführt. "Vertrieb: Schloss Raggendorf, Sekt- und Weinhandel GmbH, 2242 Prottes, Österreich", steht hier. Liest man die Etikettenaufschrift aber genau und vollständig, findet man rechts oben noch in winziger Schrift den Hinweis "hergestellt in Deutschland".

Weine aus der EU

Wie jetzt? Ist der Sekt nun ein österreichisches oder ein deutsches Produkt? Und woher stammen überhaupt die Grundweine, aus denen der Sekt erzeugt wird? Wir fragten bei Schloss Raggendorf nach. Demnach werden zur Erzeugung von Ritter Sekt trocken Qualitätsweine aus der EU verwendet. Die Herstellung erfolgt in Deutschland. In Schloss Raggendorf hat nur der Vertrieb seinen Sitz.

Anders als die Banderolenaufschrift "Aus dem Hause Schloss Raggendorf" vermuten lässt, ist in der Flasche Ritter Sekt also kein österreichischer Sekt drin. Mindestens ebenso ärgerlich finden wir, dass man die Herkunft der Grundweine erst auf Nachfrage und nur vage erfährt.

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