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Verpackungen von Tierfutter

Blick ins Leere bei Leckerlis

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KONSUMENT 7/2020 veröffentlicht: 25.06.2020

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Steckt mehr Luft als Inhalt in der Verpackung, regt das die Konsumenten auf. Wir haben Tierfutter in den Röntgenblick genommen und können die Beschwerden nachvollziehen.

Beim eigenen Haustier schauen Frauerl und Herrl nicht auf jeden Cent. Für die lieben Vierbeiner darf es schon einmal etwas Besonderes sein, auch wenn es etwas mehr kostet – Leckerlis etwa als Belohnung fürs gute Benehmen.

Kundenfrust durch überdimensionierte Verpackungen

Keinen Spaß verstehen Tierfreunde allerdings, wenn die Verpackung in Relation zum Inhalt überdimensioniert ausfällt. Sogenannte Mogelpackungen sind bei Tierfutter genauso wie bei Lebensmitteln ein steter Stein des Anstoßes. Das ärgert viele nicht nur, weil sie sich absichtlich getäuscht fühlen, auch der Verpackungsmüll regt auf.

9 Tierfutter-Produkte durchleuchtet

Wir haben neun verschiedene Tierfutter-Produkte eingekauft und in der Röhre eines 28-Schicht-3D-Computertomographen im Wiener Diagnose Zentrum Urania Ges.m.b.H. durchleuchten lassen. Das Ergebnis spricht für sich.

Folgende Leckerlis für Hunde oder Katzen haben wir durchleuchtet:

  • Briantos Ente mit rote Beete und Haferflocken (100g)
  • Cat's Love Geflügel JUNIOR (400g)
  • Edgard&Cooper Champion Chicken Bites (50g)
  • FELIX Mini Filetti leckere Hühnchen und Lachsstücke (40g)
  • Hermanns Manufaktur Mitbringsel Pfotis Pferdewürstchen (300g)
  • Husse Kex L (400g)
  • Naturea Tomato olive oil & cheese (140g) 
  • Pedigree Biscrok original (500g)
  • Zoolove Soft Snacks Winter Edition mit Truthahn (100g)

Am meisten Luft steckt in (1) Zoolove Soft Snacks Winter Edition mit Truthahn, 100 g (li. im Bild), und (2) Edgard Champion Chicken Bites, 50 g (re. im Bild).

Am meisten Luft steckt in (1) Zoolove Soft Snacks Winter Edition mit Truthahn, 100 g (li. im Bild), und (2) Edgard&Cooper Champion Chicken Bites, 50 g (re. im Bild). Die Verpackung der beiden Produkte beinhaltet zu fast zwei Drittel Luft.

Mit jeweils etwa 50 Prozent Inhalt und Luft warten Briantos Ente mit rote Beete und Haferflocken, 100 g, sowie Cat's Love Geflügel JUNIOR, 400 g, auf.

Knapp 40 Prozent Luft sind in den Packungen von FELIX Mini Filetti leckere Hühnchen und Lachsstücke, 40 g, Hermanns Manufaktur Mitbringsel Pfotis Pferdewürstchen, 300 g, Naturea Tomato olive oil & cheese, 140 g, und Husse Kex L, 400 g.

Mit etwa 30 Prozent Luft befüllt ist das Produkt Pedigree Biscrok original, 500 g.


Auf der nächsten Seite des Artikels finden Sie eine Bildergalerie mit den Aufnahmen aller durchleuchteter Produkte. Die Stellungnahmen der Anbieter lesen Sie auf der letzten Seite.

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Kommentare

  • Strengere Regulierungen nötig
    von Mnemosyne am 30.06.2020 um 13:34
    Teils sind die Argumente ja noch nachvollziehbar. Es ist durchaus denkbar, dass sich der Packungsinhalt in der automatisierten Herstellung tatsächlich erst setzen muss. Das könnte allerdings auch gut durch einen Rüttler auf dem Fließband bewerkstelligt werden. Ob hier faule Ausreden vorliegen, steht zur Frage.

    Auf jeden Fall sprechen die geringe Füllmenge bei verschwenderisch großem Packungsdesign, wie hier anhand der beiden ersten Bilder im Artikel, eine deutliche Sprache.

    Der Trend zeichnet sich seit Jahren ab und zieht sich durch alle Produkte, nicht nur Lebensmittel.

    Österreich hinkt im internationalen Vergleich beim Klima- und Umweltschutz massiv nach. Das ist für ein derart reiches Land nur schändlich. Wenn wir die Umweltverschmutzung und Müllmengen reduzieren wollen, dann muss die Industrie in die Pflicht genommen werden.

    Gerne wird von allen Seiten der Verbraucher als Schuldige und zum vorbildhaften Verhalten Verpflichtete dargestellt. Zum Teil mit irreführenden Werbebotschaften ("Werde 100% Recyclingheld" - Römerquelle aktuell), die keinerlei Wahrheitsgehalt besitzen und realitätsfremde Formulierungen nutzen.

    In Wahrheit ist die INDUSTRIE der erste und ursprüngliche Verschmutzer, indem verschwenderisch große Verpackungen, doppelte Verpackungen ("Celebrations" von Mars z.B.) und andere Strategien weiterhin verfolgt werden, unter anderem, um mehr Inhalt vorzutäuschen.

    Solange die Politik hier tatenlos zusieht, wird sich an diesem Trend rein gar nichts ändern.