Mogelpackungen: große Packung, wenig Inhalt

Teure Luft

Seite 1 von 10

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 9/2017 veröffentlicht: 31.08.2017

Inhalt

Nichts regt Kunden so sehr auf wie große Verpackungen mit wenig Inhalt. Trotzdem bekommen die Konsumenten noch immer jede Menge Luft verkauft.

In unserem Report beschäftigen wir uns mit folgenden Produkten (als positive oder negative Beispiele):

  • Milka: Choco Trio
  • Spar Premium: Risotto mediterran
  • Ja! natürlich: Österreichischer Dinkelreis
  • Alnatura: Kartoffel-Chips
  • Clever: Riffel-Chips
  • Starbucks: Grüntee Teavana Eperor´s Clouds & Mist
  • Lorenz: Cashews
  • Snack Fun: Cashews geröstet
  • Ültje: Cashews
  • Clever: Semmelbrösel

Dieser Artikel ist der Auftakt zur Serie "Verpackungsärger. In den nächsten Ausgaben sprechen wir mit einem Experten über Sinn und Unsinn von Ver­packungen, beschäftigen uns mit ­misslungenen Verpackungslösungen, und haben ausgerechnet, wie viel Verpackungsmüll in einem Durchschnittshaushalt anfällt. - Hier der erste Teil der Serie:


Mogelpackung bei Milka - Schokoladewaffel Choco Trio (Foto: VKI)

Mogelpackung bei Milka Choko Trio: Fehlt das was? (Foto: VKI)

"Die Außenverpackung ist etwa doppelt so groß wie der Innenbeutel. Die optische Täuschung der Konsumenten ist bestimmt gewollt. Die Ressourcenverschwendung und der nachträgliche Ärger der Kunden wird in Kauf genommen", schrieb uns vor Kurzem ein erboster Leser. Und eine Leserin fragte uns ärgerlich: "Ich möchte gerne wissen, ­warum Produzenten so einfach, heimlich, still und leise den Verpackungsinhalt ver­kleinern können, und das bei gleichbleibendem Preis!" Diese beiden Zuschriften samt Beweisbildern stehen für viele andere, die uns seit dem Aufruf, uns die nervigsten Verpackungen zu nennen (KONSUMENT 4/2017), erreicht haben und noch immer ­erreichen. Danke an dieser Stelle an alle ­unsere Leser!

Dauerbrenner Mogelpackung

Auch auf unserer Plattform www.lebensmittel-check.at sind Mogelpackungen – also Verpackungen, die mehr Inhalt vortäuschen, als tatsächlich in ihnen steckt – ein Dauerbrenner. Vor einigen Monaten wollten wir von den Usern wissen: Wie oft haben Sie schon die Erfahrung gemacht, ein Produkt einzukaufen, dessen Verpackung für Sie mehr Inhalt suggeriert, als tatsächlich enthalten ist? Ergebnis: Fast 80 Prozent der ­Befragten gaben an, dass sie schon oft mit einem solchen Phänomen konfrontiert waren.

Warum geschieht hier nichts?

Wie lange müssen sich Kunden noch ärgern, und warum geschieht hier nicht endlich ­etwas? Diese Frage wird uns von unseren Lesern vor allem im Zusammenhang mit ­offensichtlichen Mogelpackungen immer wieder gestellt. Obwohl gesetzlich möglich, gibt es in Österreich nach wie vor keine ­Verordnung, die den Befüllungsgrad von Verpackungen regelt. (Wir haben darüber schon mehrfach berichtet.)

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
11 Stimmen

Kommentare

  • EU: Warum hat diese Konzerne- und
    von WOODSTOCK am 19.09.2017 um 08:26
    Bankenunion wohl die Verpackungsverordnung aufgehoben? Wer noch immer glaubt, dass dieser Vorstoß nicht auf Lobbyismus gewachsen ist, sieht sich jetzt eines Besseren belehrt. Auch wenn die Mengenangabe (Inhaltsgewicht) angegeben ist oder angegeben werden muss, so täuscht es doch nicht darüber hinweg, dass die Konsumenten über augenscheinlich voluminöse Verpackungen und deren tatsächlicher Inhalt im Unklaren gelassen werden sollen. Ein Zustand mit mehr als fahlem Beigeschmack.
  • Spar Reismischung
    von Kingsley am 13.09.2017 um 15:36
    Liebe Redaktion, eine durchsichtige Verpackung als "Mogelpackung" zu bezeichnen finde ich selbst als Konsument nicht richtig. Viel Transparenter geht es fast wirklich nicht mehr, auch wenn ein Karton noch angeheftet ist. Da hätte es viele bessere Beispiele gegeben als dieses. Da muss ich Spar recht geben. Ansonst danke für den interessanten Artikel.
  • @Norbert KL: Man kann auch täuschen ohne zu lügen
    von Cuchulainn am 03.09.2017 um 11:10
    Menschen reagieren halt auf die Grösse und Aussehen der Verpackung. Und wenn Preise wie z.B. 9,99 nicht funktionieren würden, hätte man schon vor Jahrzehnten auf 10,- gerundet. Man könnte auch meinen, dass jeder wissen sollte, dass unser "normales" Steinsalz auch nichts anderes als Meersalz ist, nur älter. Trotzdem sind Meersalzprodukte ein Verkaufsschlager.
  • warum Mogel?
    von Norbert KL am 01.09.2017 um 16:19
    es steht doch auf jeder Verpackung das Gewicht des Inhaltes und am Regal sogar der auf den Kilo hochgerechnete Preis. Ich finde, dass sollte doch jeder mündige Konsument checken.... p.s.: In meiner Kindheit gab es noch die Waschpulvertrommeln, die waren auch nie bis zum Rand voll.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo