KONSUMENT.AT - Jö-Bonusclub, Musik im Supermarkt, Plastikmüll, Wasseraufbereitung ... - Zahnimplantate: Wie gut ist die Aufklärung? 9/2019

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KONSUMENT 10/2019 veröffentlicht: 26.09.2019

Inhalt

Brücke besser

Als langjähriger Leser von KONSUMENT war ich höchst erfreut, dass Sie das Thema „Zahnimplantate“ aufgreifen. Ich bewundere stets den Mut und den Aufwand, mit welchem Sie an die jeweiligen Themen herangehen. In der aktuellen Ausgabe 9/2019 lese ich plötzlich meinen Namen – und blättere mit großem Interesse auf Ihr Ergebnis. Zwar finde ich mich sozusagen an zweiter Stelle in Ihrer Auflistung, jedoch kann das Ergebnis zumindest in Bezug auf meine Ordination nicht ganz stimmen. Wir haben nämlich das Sechs-Augen-Prinzip – der Arzt (in diesem Falle ich) entscheidet, was möglich, was sinnvoll und sozial verträglich ist, und die Verwaltung erläutert die Kosten hierzu.

Ihre Testperson war kein typischer „Implantatpatient“, da die beiden die Lücke begrenzenden Zähne so oder so überkront hätten werden müssen, weshalb ich dem Patienten, ohne an meinen möglichen Profit zu denken, die für ihn beste und kostengünstigste Behandlungsvariante angeboten habe. In Ihrer Zusammenfassung kommt das aber leider nicht so richtig rüber – ich rate nicht von Implantaten ab, sondern rate stets zu der langfristig besten und medizinisch günstigsten Lösung – und das war in diesem Falle eine Brücke. Und da eine Brücke für Ihren Patienten (wie das auch andere Ärzte bestätigen) die Behandlung der Wahl ist, entfällt auch die ausführliche Information über Risiken der Behandlung mit Zahnimplantaten und die möglichen Folgen einer Unterlassung der Behandlung.

Zu uns kommen Patienten, die ernsthafte Probleme mit den Zähnen haben, denen von einer Implantation abgeraten wurde oder bei denen angeblich eine festsitzende Lösung mit Zahnimplantaten nicht möglich ist – und natürlich ist dann eine umfangreiche Risikoberatung und Aufklärung über Unterlassung der Behandlung notwendig. Ich wünsche Ihrer Zeitung weiterhin viel Erfolg und Ihrem Testpatienten einen vernünftigen Zahnarzt.

Dr. Konrad J.
Wien