KONSUMENT.AT - Chia-Samen: Wirkung - Positive Wirkung auf die Gesundheit?

Chia-Samen: Wirkung

Gesundheitsfördernd?

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KONSUMENT 2/2020 veröffentlicht: 30.01.2020

Inhalt

Sinkt durch den regelmäßigen Konsum von Chia-Samen das Körpergewicht, der Blutzuckerspiegel oder der Cholesterinspiegel?

Beweislage: niedrig. Dem „Superfood“ Chia werden zahlreiche Wirkungen nachgesagt. Bisherige Studien deuten jedoch darauf hin, dass die schwarzen Samen die Gesundheit nicht fördern.

KONSUMENT Faktencheck-Medizin: Beweislage niedrig

 

Ob gequollen als Pudding, in den Smoothie gerührt oder im Brot mitgebacken – Chia-Samen sind schwer in Mode. Das „Superfood“ soll dabei nicht nur köstlich schmecken, es soll, so wird in vielen Artikeln behauptet, auch eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben. Unsere Kooperationspartner von medizin-transparent.at haben nach Belegen dafür gesucht. Sie fanden eine Übersichtsarbeit eines internationalen Forschungsteams aus Malaysia, Thailand und Kanada, das alle aussagekräftigen Studien zu Chia-Samen zusammengefasst hat.

Ernüchterndes Ergebnis

Das Ergebnis dieser Recherche ist ernüchternd. Ob Chia-Samen die Gesundheit verbessern oder Krankheiten vorbeugen können, ist bisher nämlich nur unzureichend erforscht. Die ausgewerteten Studien haben lediglich die Auswirkung auf Werte wie Blutzucker und Cholesterin untersucht. Von ihnen lässt sich nicht direkt auf den Gesundheitszustand schließen. Zudem beanstandeten die Wissenschaftler die Qualität der Studien.

Omega-3-Fettsäuren

Bekannt ist, dass Chia-Samen – wie auch Leinsamen, Walnüsse oder Rapsöl – eine große Menge der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure enthalten. Weil der Körper Omega-3-Fettsäuren nicht selbst herstellen kann, müssen wir sie mit der Nahrung zu uns nehmen – darin sind sich Fachleute einig. Allerdings belegen Studien, dass die zusätzliche Einnahme dieser Fettsäuren die Herzgesundheit keineswegs besonders fördert. Demnach können Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fetten das Risiko für einen frühzeitigen Tod durch Herzinfarkt, Schlaganfall oder sonstige Erkrankungen nicht senken. Das gilt auch für Alpha-Linolensäure.

Sinken durch den regelmäßigen Konsum von Chia-Samen Gewicht, Blutzuckerspiegel oder der Cholesterinspiegel? (Foto: Ovsianka/Shutterstock)

Chia-Samen: dürftige Studienlage

Nicht nur die Wirkungen von Chia auf die Gesundheit sind schlecht erforscht. Laut Europäischer Lebensmittel-Sicherheitsbehörde EFSA ist auch die Studienlage zu unerwünschten Nebenwirkungen und Gefahren von Chia-Samen dürftig. Daher empfiehlt die EFSA, pro Tag höchstens 15 Gramm der Samen zu verzehren – das ist etwa ein Esslöffel voll.

Allergische Reaktionen möglich

In bisher veröffentlichten Studien haben sich keine schwerwiegenden Nebenwirkungen gezeigt. Lediglich in einer Untersuchung berichtete ein Forschungsteam über Verdauungsprobleme, ohne näher auf Details einzugehen. Manche Menschen könnten auf Chia-Samen allerdings allergisch reagieren; insbesondere, wenn sie bereits eine andere Nahrungsmittelallergie haben. So gibt es Berichte über Kreuzallergien bei Personen, die ursprünglich nur auf Oregano, Thymian, Erdnüsse oder Sesam allergisch reagiert haben.

Lesen Sie mehr: Medizin Transparent - Chia-Samen: gesunde Wirkung fraglich

Stimmt das, was die berichten?

Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin" finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt. "Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich. Cochrane-Österreich ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheitsagentur gefördert.

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