Laktoseintoleranz

Die wichtigsten Fragen

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KONSUMENT 1/2018 veröffentlicht: 21.12.2017

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Immer wiederkehrende Verdauungsbeschwerden können ein Anzeichen für eine Milchzuckerunverträglichkeit sein. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Was versteht man unter einer Laktoseintoleranz?
Wer von dieser Verdauungsstörung, auch Milchzuckerunverträglickeit genannt, betroffen ist, kann Milchprodukte nicht richtig verdauen. Grund dafür ist ein Mangel an Laktase. Das heißt, der Körper produziert zu wenig von diesem für die Verdauung notwendigen Enzym. Die mit Milchprodukten aufgenommene Laktose kann deshalb nicht aufgespalten werden, sondern landet unverändert im Dickdarm. Dort wird sie von den Darmbakterien verstoffwechselt und zu kurzkettigen Fettsäuren, Kohlendioxid und weiteren Gasen wie Methan abgebaut. Unwohlsein, Bauchschmerzen, Blähungen samt unangenehmen Gerüchen sowie Durchfall sind die Folge.

Kommt es einem nur so vor, oder leiden immer mehr Menschen an dieser Art von Unverträglichkeit?
Auch wenn es für uns Europäer erstaunlich klingt: Die Laktoseintoleranz ist global gesehen die Norm und nicht die Abweichung. Mindestens zwei Drittel der Weltbevöl­kerung, vor allem Asiaten und Afrikaner, können als Erwachsene Laktose nicht verdauen. (Im Säuglingsalter sind fast alle Menschen in der Lage, ausreichend Laktase zur Aufspaltung der Laktose zu produzieren.) Aber auch im Süden unseres Kontinents verträgt der Großteil der Bevölkerung keine Laktose. Dazu kommt, dass mit zunehmendem Alter die Aktivität des Verdauungsenzyms Laktase abnimmt. Inzwischen ist es aber auch schick geworden, jedes Bauchgrummeln mit einer Unverträglichkeit in Verbindung zu bringen.

Gibt es nicht auch eine Milchallergie, und was ist der Unterschied?
Ja, die gibt es. Sie ist aber eine Reaktion auf verschiedene in der Milch enthaltene Eiweiße. Wer tatsächlich daran leidet, reagiert selbst auf kleinste Mengen Milch mit einer überschießenden Immunantwort des Körpers. Allergische Hautreaktionen, Juckreiz, Fließschnupfen und Asthma können die Folge sein. 
Eine Milchzuckerunverträglichkeit dagegen ist abhängig von der aufgenommenen Menge an Laktose. Menschen mit einer Laktoseintoleranz können oft einiges an Milch oder Milchprodukten konsumieren, ohne dass sie Beschwerden bekommen.


Lesen Sie außerdem unseren Test: Laktose in Lebensmitteln 1/2018 .

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Kommentare

  • Pro & contra Milchprodukte
    von REDAKTION am 01.02.2018 um 14:14
    Vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln sind Stoffe enthalten, welche die Kalziumaufnahme im Körper behindern. Dazu gehört die Oxalsäure, die z.B. in Rhabarber und Spinat enthalten ist. Ihre Salze, die Oxalate, verbinden sich mit Kalzium zu größeren Bausteinen, die nicht mehr im Darm aufgenommen werden können und stattdessen ausgeschieden werden. Wer nur wenige oder keine Milchprodukte zu sich nimmt, muss daher seinen Kalziumbedarf anderweitig decken, z.B. mit Grünkohl, Brokkoli, Rucola, Fenchel und Nüssen (Haselnüsse, Paranüsse) sowie kalziumreichen Mineralwässern. Kalzium aus Milchprodukten ist dagegen besser verwertbar. In ihnen sind weder Oxal- noch Phytinsäure vorhanden, die enthaltene Milchsäure und die Laktose fördern zusätzlich die Aufnahme von Kalzium im Körper. Nach Ansicht von Experten erschwert eine Reduktion des Verzehrs von Milch- und Milchprodukten vermutlich nicht nur die Bedarfsdeckung mit Kalzium, sondern auch mit Vitamin B2 sowie Jod. Das deutsche Max-Rubner-Institut (MRI) hat zahlreiche Studien ausgewertet. Ergebnis: Wer übliche Mengen Milch und Milchprodukte verzehrt, kann offenbar viele Gesundheitsrisiken leicht bis deutlich senken. Positive Effekte gibt es angeblich bei Herz und Kreislauf, Blutdruck und dem Risiko, an Diabetes zu erkranken. Verschiedene Milchinhaltsstoffe haben wahrscheinlich eine schützende Wirkung vor Darm- und Brustkrebs. Sehr hohe Mengen Milch könnten dagegen das Risiko für Prostatakrebs erhöhen, so die Wissenschafter. Ihr Konsument-Team
  • Ist dieser Artikel noch "up to date"?
    von icaq am 19.01.2018 um 13:01
    Zitat:"Milchprodukte tragen wesentlich zur Kalziumversorgung bei." - Brauchen wir überhaupt soviel Kalzium und noch dazu aus Kuhmilch? Zitat:"Mindestens zwei Drittel der Weltbevölkerung, vor allem Asiaten und Afrikaner, können als Erwachsene Laktose nicht verdauen." - Warum haben diese Menschen dann nicht alle einen Kalziummangel oder anderen Nährstoffmangel, wenn Milch doch so unverzichtbar ist? Zitat:"Ein nicht notwendiger dauerhafter Konsum laktosefreier Lebensmittel kann langfristig möglicherweise einen negativen Einfluss auf den Milchzuckerabbau im Körper haben." - Aber nur kurzfristig. Nachdem man wieder anfängt Milch-Produkte zu essen werden auch wieder vermehrt Laktase-Enzyme gebildet. Man liest meistens immer das gleiche: Milch-Verzicht bringt keine Vorteile wenn man keine Unverträglichkeit hat. Mich würde viel mehr interessieren, welche gesundheitlichen Nachteile denn Milch-Verzicht hat?
  • fehlender Hinweis auf mögliche Gefahren von Milchprodukten
    von vkiadmin am 09.01.2018 um 09:43
    Was mir im Interview mit Fr. Mag. Fischl fehlt, ist ein Hinweis auf mögliche Gefahren von Milch- und Käsekonsum. Es gibt nicht wenige Studien, die das Risiko von vor allem Brust- und Prostatakrebs durch Konsum von Milchprodukten aufzeigen. Auch die DGE (deutsche Gesellschaft für Ernährung) räumt diese Bedenken ein. Ob das Kalzium der Milch für unser Knochengerüst nicht kontraproduktiv ist, ist auch nicht geklärt. In den Gebieten in Asien, wo kaum Milchprodukte konsumiert werden/wurden gibt es die wenigsten Anzeichen für Osteoporose (Blue Zones). Einige kritische Betrachtungen des Milchkonsums im Interview, hätten etwas zur Objektivität beigetragen und das an und für sich informative Statement abgerundet. J.Berger
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