Wirtschaftsbegriffe: Internationale Organisationen

An den Schalthebeln der Wirtschaft

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KONSUMENT 1/2018 veröffentlicht: 21.12.2017

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Organisationen wie IWF und Weltbank bestimmen die wirtschaftliche sowie politische Weltordnung maßgeblich mit – doch Kritik kommt auch aus den eigenen Reihen.

KONSUMENT-Cartoon: IWF, Weltbank, WTO, OECD – bei der Auswahl ihrer Methoden und der Umsetzung ihrer Ziele nicht zimperlich (Cartoon: Leszek Wisniewski/VKI) Man kennt die Namen, hat die Abkürz­un­gen schon zahllose Male gesehen, und in Wirtschafts- oder Politdebatten werden sie gern als zuverlässige Quellen zitiert. Aber wer oder was genau steckt hinter internationalen Organisationen wie der Weltbank und der WTO (Welthandelsorganisation), welche Ziele verfolgt die OECD mit ihrem unerschöpflichen Fundus an Stellungnahmen, Berichten und Statistiken, und wer bestimmt etwa den Kurs des IWF, der über Scheitern oder Fortbestehen eines ganzen Staates entscheiden kann?

Ihr Beitrag zu der erstaunlichen wirtschaftlichen Entwicklung seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist nicht zu unterschätzen, dennoch wächst die Kritik an der einseitigen Ausrichtung dieser Institutionen.

Sonderorganisationen unter dem Dach der UNO

Einige von ihnen wie etwa der Internatio­nale Währungsfonds (IWF) oder die Weltbankgruppe finden sich als Sonderorganisationen unter dem Dach der Vereinten Nationen wieder, was durchaus über­raschen mag.

Der UNO eilt – anders als so manchen internationalen Organisationen – eher das Image des "guten" Weltpolizisten voraus: Sicherung des Weltfriedens, Einhaltung des Völkerrechts oder Schutz der Kinder- und Menschenrechte sind nur einige der positiv besetzten Zuschreibungen, mit denen die Vereinten Nationen häufig verbunden werden und die auch schon zu Nobelpreisen für den Dachverband und einige seiner Unter­organisationen geführt haben.

IWF: Retter in der Not?

Der Internationale Währungsfonds mit Sitz in Washington ist eine der vielen Sonder­organisationen der Vereinten Nationen. Er wurde 1945 im Rahmen der Bretton-Woods-Konferenz gegründet und sollte als institutionelles Zentrum des neuen, internationalen Währungssystems fungieren.

Heute umfasst er 189 Mitgliedstaaten, deren Stimmrecht sich an ihrem Kapital­anteil orientiert. Die USA halten fast 17 Prozent, Japan hält knapp über und Deutschland knapp unter 6 Prozent, China zum Beispiel nicht einmal 4 Prozent. Da Beschlüsse mit einer Mehrheit von 85 Prozent getroffen werden müssen, können die USA allein oder mehrere größere EU-Staaten ­gemeinsam Entscheidungen blockieren.

Kredite für Liberalisierung

Hauptaufgabe des IWF heute ist die Ver­gabe von Krediten an Länder, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind, wie in den vergangenen Jahren etwa an das bankrotte Island, an Rumänien, Argentinien oder – in Europa viel diskutiert – an Griechenland. Die Darlehen sind oft an straffe Vorgaben für die Politik gebunden und gehen üblicherweise mit einem drastischen Abbau des Sozialsystems sowie anderen Spar­maßnahmen einher.

Vor allem die weit­gehende Liberalisierung des Handels und der Finanzmärkte mit Privatisierungen und der Abschaffung von Zöllen wird gefordert – was zum Beispiel in Argentinien zunächst umgesetzt wurde, aber in der Folge erst recht zu einer der schwersten Wirtschaftskrisen des Landes beitrug. Für ­Island hingegen brachte die finanzielle Stützung tatsächlich den vorübergehend notwendigen Schutz vor dem totalen ­Absturz.

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