Datenschutz: Mjam und die Telefonkeiler

Essen mit Folgen

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KONSUMENT 5/2015 veröffentlicht: 23.04.2015, aktualisiert: 28.05.2015

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Zahlreiche Personen werden seit Monaten von ­Telefonkeilern belästigt. Dabei hatten sie eigentlich nur über die Plattform mjam.at etwas zu essen bestellt.

Bisher in unserer Datenschutz-Serie erschienen:


Wenn der Magen ebenso leer ist wie der Kühlschrank und die Lust, jetzt noch außer Haus zu gehen, ihren Tiefpunkt erreicht hat, dann ist die Essensbestellung per Mausklick eine willkommene Alternative. Vereinfacht wird die Suche nach dem passenden Restaurant dank Onlineplattformen wie Mjam.at oder Lieferservice.at.

In der Stadt besonders beliebt

Sobald sich der User registriert hat, sucht die Plattform nach ­geeigneten Anbietern in der Umgebung und listet sie auf. Hat der Kunde schon öfter­ ­bestellt, so werden ihm seine Lieblings­restaurants vorgeschlagen. Ebenso einfach ist es mit der Bezahlung. Die ist per Sofort­überweisung, Kreditkarte, PayPal oder als Barzahlung an der Haustüre möglich. Auf jeden Fall genügen ein paar Klicks und wenig später wird die Mahlzeit ins Haus geliefert. Besonders attraktiv ist die Auswahl an Res­taurants natürlich im städtischen Bereich, weshalb die Zahl der Nutzer vor allem in ­Wien recht groß ist.

Scammer-Attacken per Telefon

Daher sind es vor allem Wiener, die seit Herbst letzten Jahres ­wiederholt mit aufdringlichen Anrufern konfrontiert sind. Teils mehrmals am Tag werden sie von sogenannten Scammern belästigt – Betrügern, die mit unterdrückter Nummer anrufen, über irgend­welche Gewinnspiele sprechen wollen, eine Kontonummer ver­langen und nicht lockerlassen.

Mjam.at-Daten als Ursprung

Zunächst war unklar, woher die penetranten Telefonkeiler die Nummern hatten. Dann fiel einigen Betroffenen auf, dass sie von den Anrufern mit einem falschen Namen ­angesprochen wurden. Es waren Namen, die sie bei der Essensbestellung genannt hatten. Außerdem kannten die Scammer die Adressen der Angerufenen. Wobei es nicht immer die Wohnadresse war, sondern eine, an die sich die Betroffenen zumindest einmal Mahlzeiten hatten liefern lassen. Die Online-Plattform, über die sie bestellt hatten, war in allen Fällen Mjam.at.


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