KONSUMENT.AT - Internet sicher nutzen: App-Berechtigungen - Datenspion Scotty?

Internet sicher nutzen: App-Berechtigungen

Datenzugriff am Smartphone

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KONSUMENT 7/2016 veröffentlicht: 23.06.2016

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Datenspion Scotty?

Aufmerksame Nutzer hinterfragten von Beginn an die von der Fahrplanauskunfts- App Scotty eingeforderten Berechtigungen. Darauf­hin veröffentlichten die ÖBB zur Klar­stellung nachstehende Informationen auf ihrer Website (Stand: Mai 2016).

Leider sind solche ausführlichen Erklärungen, die viele offene Fragen beseitigen, die Ausnahme und üblicher­weise auch nicht im jeweiligen App-Store zugänglich. Der Originalwortlaut:

„Kontaktdaten: Diese werden nur dazu verwendet, um Ihnen die Verkehrsbindung zu oder von einem Kontakt aus Ihrem Adressbuch anzuzeigen. Es werden nur Orte, Straßen und Hausnummern übertragen. Diese Daten werden durch uns nicht gespeichert (auch nicht zwischengespeichert).

Positions- bzw. Standortdaten: Nur wenn Sie das möchten, kann zur optimalen Verbindungssuche durch SCOTTY mobil Ihr aktueller Standort ermittelt werden, um von dort Reiseverbindungen zu suchen oder Stationen in der Nähe zu finden. Auch hier findet keine Zwischen­speicherung statt, somit ist auch die Erstellung von Bewegungsprofilen o.ä. nicht möglich.

Bewegungs- und Richtungssensor, Kompassfunktion: Diese Funktionalität erleichtert die Suche von Stationen in der Nähe. Diese Daten werden durch uns nicht gespeichert (auch nicht zwischengespeichert).

Kalender: SCOTTY mobil bietet Ihnen das zusätzliche Service, die Reisedaten zu Ihrer Verbindung in den Kalender Ihres Geräts zu speichern. Dieses Service ist nicht verpflichtend, sondern steht in Ihrem persönlichen Belieben. Je nach Betriebssystem beziehen sich auch die verwandten Sicherheitshinweise ,Kalendertermine sowie vertrauliche Infor­mationen lesen‘ bzw. ,Ohne Wissen der Eigen­tümer Kalendertermine hinzufügen oder ändern und E-Mails an Gäste senden‘ auf diese Funktion. Die eigentlichen Inhalte der ­Kalender werden jedoch nicht gelesen.

USB-Speicherinhalte ändern oder löschen: Dieser Zugriff ist nur erforderlich, falls Sie SCOTTY mobil auf der SD-Karte speichern möchten.

Verknüpfungen installieren: Diese Berech­tigung ist zum Erstellen von Shortcuts für ­Verbindungen und Abfahrtstafeln erforderlich.

Anrufliste lesen: Diese Berechtigung wird standardmäßig vom Betriebssystem Android angefordert, wenn Adressdaten aus den Kontakten gelesen werden können. Die Infor­mationen der Anrufliste werden jedoch von ­SCOTTY mobil nicht gelesen.

Foto-, Musik- und Videobibliotheken: ­Diese Berechtigung wird aus technischen Gründen zum Erstellen der Live-Kachel-Gra­fiken (Karten) benötigt. Es werden keine pri­vaten Daten ausgelesen und auch keine Daten geschrieben, die für andere Apps sichtbar wären.

Kamera: Fotos und Videos aufnehmen: Diese Berechtigung wird benötigt um Augmented Reality zu nutzen. Es werden keine Fotos oder Videos gespeichert.

Benachrichtigungen: Diese Berechtigung wird künftig zum Empfangen und Anzeigen von Push-Nachrichten (z.B. Verspätungsinformationen) benötigt, steht jedoch derzeit noch nicht zur Verfügung. Eine Speicherung der Daten wird aber auch mit dieser zukünftigen Funktion nicht erfolgen.“

WhatsApp ist ärger

Fazit: Scotty kann unserer Meinung nach nicht wirklich als Datenspion bezeichnet werden, da gibt es andere Kaliber. So etwa den Facebook-Messenger oder WhatsApp, das ja gleichfalls zu Facebook gehört. Hier ist zwingend der Zugriff auf die Kontakte erforderlich. Aber wer würde schon daran zweifeln, wenn Mister ­Zuckerberg betont, dass lediglich die einge­tragenen Telefonnummern genutzt werden?

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Kommentare

  • Zu viel Paranoia ist auch nicht gut...
    von 39373 am 21.07.2016 um 11:50
    Vor ein paar Jahrzehnten gab es noch gedruckte Telefonbücher, in denen Name, Titel, oft Beruf und die komplette Adresse (später verkürzt) veröffentlicht wurden. Manchmal waren auch Verwandtschaftsverhältnisse (Ehefrau) angegeben. Wer wollte, konnte sich also nur mit dem Telefonbuch ganze Familienstammbäume und Wohnorte von Fremden zusammensuchen. Man darf bei aller Vorsicht bez. der persönlichen Daten nicht übersehen, dass man nur ein Element unter Millionen, ja Milliarden, ist. - Und das wirkliche Problem ist ein meinen Augen der Kundenkartenwahn. Was hier von unzähligen Menschen für ein paar lächerliche Euro Rabatt an persönlichsten Informationen (was kaufe ich wie oft in welchen Geschäften zu welchen Zeiten...) freizügig hergegeben wird, lässt mich über die Whatsapp-Hysterie nur schmunzeln.