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Lederschuhhersteller

Blut ist im Schuh

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 27.03.2012, aktualisiert: 26.04.2012

Testtabelle: Lederschuhhersteller

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TimberlandEccoClarksKickersGeoxPikolinosVagabondEl NaturalistaSchollGaborBirkenstockBataTod´sCamperHush PuppiesMephisto
Bild: Timberland Bild: Ecco Bild: Clarks Bild: Kickers Bild: Geox Bild: Pikolinos Bild: Vagabond Bild: El Naturalista Bild: Scholl Bild: Gabor Bild: Birkenstock Bild: Bata Bild: Tod´s Bild: Camper Bild: Hush Puppies Bild: Mephisto
Kurzbeschreibung Die Kultmarke aus den USA beweist auch Verantwortungsbewusstsein (im Gegensatz zur Muttergesellschaft VF Corporation). Umweltziele sind traditionell in die Unternehmenspolitik integriert, überzeugend auch die praktische Umsetzung. Kennzeichnet seine Schuhe mit dem "Green index rating" und scheut sich nicht, dem Modell "Earthkeepers" eine schlechte Note zu verpassen.Das dänische Unternehmen besitzt ausschließlich eigene Schuhfabriken und einige Gerbereien, dadurch kann die Einhaltung der Ethik-Kriterien leichter überprüft werden. Eines der besten Umweltmanagementsysteme. Einer der wenigen Hersteller, der über die Herkunft der Lederhäute informiert: großteils aus den Niederlanden, den USA und Dänemark, aber nicht aus ­Brasilien. Im Vergleich zu Timberland und Ecco schon deutlich weniger engagiert. Beteiligt sich an Aktionen der Branchen, zeigt aber wenig Eigeninitiative – siehe die schwach bewerteten Leitlinien in Sozial- und Umweltpolitik. Dafür durchaus positive Schritte in der Praxis, so punktet Clarks als einziger bei artgerechter Tierhaltung (keine Tierhäute aus Indien).Gegründet 1970, beruft sich die französische Marke auf den "libertären Geist" der Flower-Power-Zeit. Im Sozialbereich als BSCI-Mitglied relativ gut aufgestellt, im Bereich Umwelt fallen vor allem die Schritte in der Praxis auf: Latex-Sohle aus erneuerbaren Ressourcen, Experimente mit "Sanotan"-Leder aus Titan-Gerbung, Projekt zu Öko-Kennzeichnung seiner Schuhe.Hat einen großen Namen, im Vergleich dazu ist die Verantwortung, die das italienische Unternehmen übernimmt, sehr bescheiden. Nur die Maßnahmen im Sozialbereich sind okay, aber ökologische Anforderungen finden in das Design der Schuhe keinen Eingang. Geox findet ethisches Verhalten offenbar auch nicht gesellschaftsfähig – man spricht nicht darüber.Die spanische Marke profiliert sich vor allem im Umweltbereich, im Sozialbereich schwach. Öko-Kennzeichnung für zwei Schuhmodelle, hohe Anforderungen an die Haltbarkeit. "Null-Papier"-Strategie in Buchhaltung, Lager etc. dank spezieller Software. Wie Ecco besitzt die Firma eigene Gerbereien. Minus: Anders als beworben, finden Kunststoffsohlen Verwendung.Das Unternehmen mit Sitz in Schweden wurde in den späten 1960er-Jahren gegründet, es beschwört den damaligen Zeitgeist: "Als alles möglich war." Strikte Beschränkung des Einsatzes von Chemikalien. Es gibt laufende Überprüfungen der Produktion, aber kein formales Monitoring. Für die Lederbeschaffung existieren keinerlei Auflagen oder Kontrollen.Der spanische Hersteller setzt sein Umweltengagement im Marketing gezielt ein. Verwendung von Recycling-Materialien für die Sohle, Teil-Ersatz von Chrom in der Gerberei. Vieles bleibt aber vage: Bekenntnis, nur spanisches Leder zu verwenden – ohne nähere Angaben. Die Verpflichtung, nur Leder als Nebenprodukt der Fleischproduktion zu verwenden, ist nichtssagend."Erfinder der Fußpflege." Mittlerweile im Eigentum des britischen Reinigungsmittel-Multis Reckitt Benckiser. Einigermaßen stark in Sozialpolitik, sonst eher schwach.Das Familienunternehmen mit Stammsitz in Rosenheim setzt im Sozialbereich sehr engagierte Maßnahmen, sonst eher schwach.Der Produzent der legendären Sandalen kann nur im Umweltbereich mit relativ strikten Maßnahmen punkten. Da nur in Deutschland produziert wird, gilt die dortige strenge Gesetzgebung.Gegründet in der Tschechoslowakei, sitzt heute in der Schweiz. Firmeneigene Schuhfabriken; Ablehnung von Kinderarbeit, aber keine konkreten Informationen.Italienisches Unternehmen, bekannt für seine handgemachten Mokassins. Ein Beispiel mehr dafür, dass die Schöpfer von Nobelmarken Ethik als Nebensache abtun.Das einzige, was man von dem spanischen Schuhproduzenten weiß, ist, dass er eine Studie über Abfallmanagement verfasst haben soll. Sonst keinerlei Informationen.Die US-Marke (stand einst für besonders bequeme Freizeitschuhe) ist in die Jahre gekommen. Das belegt auch die nahezu vollständige Absenz von Verantwortungsbewusstsein.Die französische Marke fühlt sich ob ihrer manuellen Endfertigung einzigartig. Was soziale Verantwortung betrifft, ein einziges schwarzes Loch.
Homepage www.timberland.comwww.ecco.comwww.clarks.comwww.kickers.comwww.geox.comwww.pikolinos.comwww.vagabond.comwww.elnaturalista.comwww.scholl.comwww.gabor.dewww.birkenstock.comwww.bata.comwww.tods.comwww.camper.comwww.hushpuppies.comwww.mephisto.com
Firmensitz USADänemarkGroßbritannienFrankreichItalienSpanienSchwedenSpanienGroßbritannienDeutschlandDeutschlandSchweizItalienSpanienUSAFrankreich
Lederherkunft (überwiegend) USAEuropaweltweitkeine AngabeweltweitAsienAsienkeine Angabekeine AngabeIndien, Italienkeine Angabekeine Angabekeine Angabekeine Angabekeine Angabekeine Angabe
UNTERNEHMENSETHIK ABBCCCCCDDEEEEEE
Erreichte von 100 Prozentpunkten 817567594846464026251376000
SOZIALPOLITIK 40%AABBCDBDCCEEEEEE
Leitlinien AADABEBBABEEEEEE
Standards und Maßnahmen AAAAABACAAEDDEEE
Monitoring ABBBCDCDDDEEEEEE
UMWELTPOLITIK 30%ABCCCBCCEEDEEEEE
Leitlinien ABDEEBDABDEEEEEE
Standards und Maßnahmen ABBBCACCEEBEEEEE
Monitoring BABCCCBDEEEEEEEE
BESCHAFFUNG LEDER 20%BBCDCDEDEEDEEEEE
Rinderfarmen, Schlachthäuser BEBECEEEEEEEEEEE
Gerberei AABBBBEBEEEEEEEE
Artgerechte Tierhaltung EECEEEEEEEEEEEEE
TRANSPARENZ 10%BBBCEDCCDDDEEEEE
Teilnahme Untersuchung ECACCCBEDEEEEEEE
Öffentliches Berichtswesen AABCDECBCCCEEEEE
Information (Homepage) ABCCEDCCDDDEEEEE
Erhebung: September bis Dezember 2011
Bewertung: fünfstufige Skala nach dem Grad der Kriterienerfüllung von A = mind. 80 % erfüllt bis E = weniger als 20 % erfüllt

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
38 Stimmen
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Kommentare

  • Zum Thema Schächten
    von Morgenstern am 25.04.2012 um 17:08
    Ich war vor einiger Zeit mit einem Wanderschäfer unterwegs und habe dort das Schächten live erlebt. Es wurde dort nicht aus religiösen Motiven eingesetzt, sondern weil es die schmerzfreieste und sicherste Methode ist, um ein Tier zu schlachten. Die Schafe erleiden innerhalb von Sekunden einen Blutsturz, werden also ohnmächtig, da das Blut aus dem Hirn fließt. Natürlich gibt es auch unter den Schächtern "schwarze Schafe" und als Veganer verwende ich keinerlei Tierprodukte. Aber das Schächten an sich würde ich jederzeit dem Schlachten per Schlachtschußapparat vorziehen, denn dort werden sehr viele Tiere nicht sofort getötet und erleben Dinge wie das Aufhängen auf Haken inkl. dem Brechen der Knochen und Reißen der Sehnen unter dieser Last bei vollem Bewußtsein mit.
  • Schächten
    von sabsch70 am 09.04.2012 um 15:24
    Sehr geehrtes Team vom "Konsument". Gratulation zu obigem Artikel. Ein bißchen mehr Kritik hätte ich mir betreffend des Schächtens erwartet, d.h. "Moslems in Indien töten die Rinder", indem sie diese schächten, d.h. bei lebendigem Leib ausbluten lassen. Diese Schlachtpraxis gibt es auch bei uns (zur Produktion von "Halal"-Fleisch). Tierschutz hört bei mir bei - angeblich - religiösen Motiven nicht auf. Bitte mal um eine Untersuchung dieser Schlachtmethoden. Vielleicht gibt es irgendwann einmal sogar eine Kennzeichnung über besonders "schonende" Schlachtmethoden oder "garantiert nicht halal". Bei anderen Tieren (z.B. Thunfischen gibt es ja schon eine ähnliche Kennzeichnung [Delphin-schonender Fang]). Vielen Dank im Voraus für Ihr konsequentes Eintreten für den Tierschutz. Sabsi
  • Alternativen
    von MargotBelyus am 07.04.2012 um 15:48
    Schade, daß Sie - wie auch beim Kinderschuhetest - DIE österreichischen Schuhe Waldviertler nicht dabei hatten. Der Bericht ist gut, rüttelt auf, hinterläßt aber wiedermal zerknirschte Konsumenten mit wenig Möglichkeit zur Vermeidung.
  • danke, super test
    von powerplana am 03.04.2012 um 19:18
    bitte mehr infos wie diese, das finde ich interessanter als ob die digitalkamera xy sehr gut, gut oder durschnittlich ist
  • Wo sind die Waldviertler, Ganter, usw.
    von REDAKTION am 02.04.2012 um 17:46
    Die Untersuchung wurde im Rahmen einer Kooperation mehrerer europäischer Verbraucherorganisationen durchgeführt, nur große, international bekannte Marken wurden berücksichtigt. Leider können aus Kostengründen nicht alle, für den heimischen Markt interessanten Marken untersucht werden. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass kleinere Firmen, wie Waldviertler, im direkten Vergleich mit Konzernen unter ihrem Wert abschneiden würden, da sich kleinere Unternehmen in der Regel keine eigene CSR-Abteilung (zuständig für soziale Verantwortung in der Produktion und bei der Beschaffung von Vorprodukten) und eine ausführliche Information der Öffentlichkeit (auf der Homepage oder durch Nachhaltigkeitsreports) leisten könnten. Auch die Beantwortung des umfangreichen Fragebogens ist für kleinere Unternehmen sicher schwieriger zu bewerkstelligen als für einen Konzern. Ihr Konsument-Team