KONSUMENT.AT - Wasserqualität in Flüssen und Seen - Ökologischer Wasserstandard in Österreich

Wasserqualität in Flüssen und Seen

In schlechtem Zustand

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veröffentlicht: 28.07.2020

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Österreichs Badegewässer sind top. Doch gleichzeitig sind viele Flüsse und Seen in einem schlechten ökologischen Zustand. Denn bei der Umsetzung der Vorgaben zum ökologischen Zustand ist Österreich säumig.

Bild: Fabian Tober / Shutterstock.com

Österreichs Badegewässer gehören hinsichtlich ihrer Wasserqualität zu den Besten in der EU. Das ist alljährlich das Ergebnis des Berichtes über die Qualität der Badegewässer, den die Europäische Umweltagentur zu Beginn der Badesaison veröffentlicht. Im Bericht 2019 wurden 98,5 Prozent der 261 geprüften österreichischen Badestellen mit "ausgezeichnet" bewertet.

Die Proben werden hinsichtlich zweier Bakterienarten analysiert und bewertet, welche auf eine Verschmutzung durch Abwässer oder Viehbestand hindeuten. Die aktuellen Messwerte aller geprüften österreichischen Badestellen sind auf der Website der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES (www.ages.at) abrufbar.

Mangelhafter ökologischer Wasserstandard

Doch dieses ausgezeichnete Ergebnis ist leider kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen. Denn gleichzeitig erreichen nach dem Gewässerbericht 2018 der Europäischen Umweltagentur lediglich 40 Prozent der Flüsse, Seen und Feuchtgebiete den ökologischen Standard, der in der EU-Wasserrahmenrichtlinie vorgegeben ist. 

Kraftwerke, Verbauung, Überdüngung, ...

Laut Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus befinden sich 15 Prozent der Fließgewässer in einem "sehr guten", 22 Prozent in einem "guten" ökologischen Zustand. Rund 60 Prozent von Österreichs Oberflächengewässer sind in keinem guten ökologischen Zustand und laut der EU-Umweltagentur sanierungsbedürftig. Ursachen für den schlechten Zustand der Gewässer sind starke Verbauung, Regulierungen, Wasserkraftwerke, Überdüngung, industrielle Nutzung, Verschmutzung sowie Wasserentnahmen durch die Landwirtschaft und für Kunstschnee.

Beispielsweise unterbrechen mehr als 5.200 Kraftwerke die Fließgewässer und haben durch die vielen Staue, Restwasserstrecken und Schwallbetrieb erhebliche ökologische Auswirkungen, so die Umweltorganisation WWF.

Ökosysteme bewahren

Auch wenn Flüsse und Seen chemisch sauber sind, so sind sie etwa in den Stauketten der Flüsse und Bäche oft als Ökosysteme und Lebensräume problematisch. Der WWF fordert mehr Budget für Gewässerschutz und die Renaturierung von bereits zu stark verbauten Gewässern. Zugleich müssten die letzten intakten Gewässer vor weiteren Eingriffen bewahrt werden.


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