Hygiene-Test: Keimbelastung bei essfertig verpackten Obst- und Beerenmischungen aus dem Supermarkt 9/2020

Obstsalate

Ungustiös

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KONSUMENT 9/2020 veröffentlicht: 27.08.2020, aktualisiert: 24.09.2020

Inhalt

So gesund Obst auch ist, zu essfertig zubereiteten Salaten aus dem Supermarkt können wir nicht raten. Sieben von acht Produkten fielen durch.

Bild: Mikhaylovskiy / Shutterstock.com

Diese Obstsalate haben wir getestet:

  • Billa Melonen-Mix im Becher
  • Billa Wassermelone auf Tasse
  • Julius Meinl Fruchtsalat
  • Merkur Markt Melonen-Mix/Mango/Beeren
  • San Lucar Beerenmischung
  • San Lucar Großer Obstsalat
  • Spar enjoy Fruchtmix mit Trauben
  • Spar enjoy Melonenmix

Die Testtabelle informiert Sie über: Mikrobiologie, Pestizide, Sensorik, Kennzeichnung, Lagertemperatur, Preis, ...

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Obstsalate im Hygiene-Test

Täglich zwei Handvoll Obst, dazu raten uns Ernährungswissenschaftler. Was also liegt – zumal im Sommer – näher, als sich für die Mittagspause mit einem erfrischenden, essfertig zubereiteten Obstsalat aus dem ­Supermarkt zu versorgen.

Doch ist das, was da so verlockend in der Kühlvitrine liegt, hygienisch einwandfrei und für den Verzehr ­geeignet? Wir haben acht Produkte eingekauft, im Kühlwagen ins Labor transportiert und dort untersuchen lassen. 
Beim Einkauf, Anfang Juni, war das Angebot überschaubar.

Kein Hinweis auf Herkunft des Obstes

Die großen Diskonter Hofer, Lidl und Penny boten damals keine derartigen Produkte an. Auch Bio-Ware konnten wir nicht finden. Alle Obstsalate wurden mit Ware aus konventionellem Anbau zubereitet. Woher das Obst für die Salate kam, können wir nicht sagen.

Im ­Gegensatz zu unverarbeitetem Obst ist die Herkunftsangabe bei Früchten in verarbeiteten Produkten freiwillig – in unseren ­Augen eine Gesetzeslücke. Die Anbieter nutzen diese auch weidlich aus. Auf keinem der eingekauften Produkte fand sich ein Hinweis, woher das Obst stammt.

Sieht man einmal von den Melonen auf Tasse (Billa) ab, war Julius Meinl mit 7,44 Euro/Kilo am günstigsten. Am meisten kostete die Beerenmischung von San Lucar (21,70 Euro/Kilo). Würde man einen Obstsalat in vergleichbarer Zusammensetzung selbst zubereiten, käme man auf einen Preis von 7 bis 8 Euro/Kilo.


Lesen Sie auch unseren Blog-Beitrag Fast alles, was du über Obst und Obstsalate wissen wolltest .

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Billa Wassermelone auf Tasse geschnitten, San Lucar Beerenmischung, teilweise geschnitten, Spar enjoy Melonenmix, Merkur Markt Melonen-Mix mit Mango und Beeren, San Lucar Großer Obstsalat, Spar enjoy Fruchtmix mit Trauben, Julius Meinl Fruchtsalat, Billa Melonen-Mix im Becher

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Kommentare

  • Schimmelpilze
    von REDAKTION am 11.09.2020 um 07:46
    Richtwerte geben eine Orientierung, welche produktspezifischen Mikroorganismen in welchen Gehalten zu erwarten sind. Sie haben Recht, um die Genussfähigkeit zu beurteilen, müssen noch weitere Kriterien in die Beurteilung miteinbezogen werden. Für uns ist es allerdings Mindestvoraussetzung, dass ein Produkt die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Im Vergleich zeigten andere getestete Obstsalat deutlich geringere Schimmelpilzgehalte. Die Einhaltung des Richtwerts ist also sehr wohl ohne weiteres möglich.
    Abgesehen davon wurde bei diesem Test auch der Warnwert für Enterobakterien von einigen Produkten überschritten. Überschrittene Warnwerte können anzeigen, dass die Prinzipien einer guten Hygienepraxis verletzt wurden. Wir gehen davon aus, dass Konsumentinnen und Konsumenten solche Produkte keinesfalls konsumieren möchten.
  • Schimmelpilze
    von xylitol am 06.09.2020 um 20:16
    nun ja man sollte hier schon für den Laien hinzufügen, dass hier Großteils die rechtlichen Anforderungen erfüllt wurden. Eine Richtwertüberschreitung (1000 KbE/g bei Schimmelpilzen) wird nie zu einer Beanstandung führen.

    Bei Schimmelpilzen hängt es davon ab um a.) welche Art es sich handelt und b.) ob hier schon Mykotoxine in gesundheitsschädlichen Mengen gebildet wurden, die Angabe 4000 KbE/g hat hier kaum bis gar keine Aussagekraft.