KONSUMENT.AT - Lebensmittel im Supermarkt - Handelsketten im Vergleich

Lebensmittel im Supermarkt

Marke gegen Eigenmarke

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KONSUMENT 4/2020 veröffentlicht: 23.03.2020

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Sind Markenprodukte besser als Eigenmarken aus dem Supermarkt oder vom Diskonter? Eine Bilanz aus 15 Jahren Lebensmitteltests.

An der Kampagne des Verbandes der Markenartikel-Industrie, „Lieber Marke“, kam man auch heuer kaum vorbei. Im Zeitalter der sogenannten „social media“ setzten die Hersteller auf Plakatwänden, Infoscreens, im Fernsehen oder in Printmedien ganz zeitgemäß auf eigens designte Emojis. Aber sind Markenartikel, wie es die Werbung suggeriert, wirklich besser als die Eigenmarken der Handelsketten?

Bilanz: 15 Jahre VKI-Lebensmitteltests

Wir haben Bilanz über 15 Jahre VKI-Lebensmitteltests gezogen und dafür die Bewertungen von fast 2.000 Lebensmitteln herangezogen. Neben konventionellen Produkten haben wir uns dabei auch die Bio-Linien näher angeschaut. Berücksichtigt wurden dabei nur umfassende Lebensmitteltests; nicht berücksichtigt haben wir Untersuchungen, bei denen nur Einzelaspekte eine Rolle spielten, wie etwa die Bestimmung des Zuckergehalts oder die Untersuchung auf Pflanzenschutzmittelrückstände.

Hofer bei Handelsmarken vorn

Eigen- bzw. Handelsmarken spielten in unseren Tests ab der Jahrtausendwende zunehmend eine Rolle. Waren beim Naturjoghurt-Test im Jahr 2000 nur 6 von 25 Produkten (24 %) Eigenmarken, betrug der Anteil beim Erdbeerjoghurt-Test im Jahr 2011 bereits 47 Prozent (17 von 36 Produkten). Doch wie gut sind die Eigenmarken? Der Mittelwert der Testurteile aller untersuchten Produkte, die in unsere Bilanz einflossen, liegt bei 63 Punkten, was gerade noch einem „gut“ entspricht. Vergleicht man alle konventionell erzeugten Handelsmarkenprodukte mit konventionell erzeugten Markenprodukten, ist kaum ein Unterschied auszumachen.

Handelsketten im Vergleich. Im Durchschnitt aller getesteten konventionellen Handelsmarkenprodukte liegt Hofer mit 69 Punkten (= gut) vorne. (Grafik: VKI)

Interessant wird es, wenn man die Eigenmarken der verschiedenen Anbieter getrennt voneinander vergleicht. Hier liegt Hofer in unserer Bilanz mit 69 Punkten vorn. Damit hängen die Eigenmarken des Diskonters auch die Markenprodukte deutlich ab, die im Mittel 64 Test-Punkte erreichen und damit gleichauf mit den Eigenmarken von Lidl abschneiden. Knapp dahinter folgen REWE und Spar. Unter den sonstigen Eigenmarken befinden sich überwiegend Produkte der im Jahr 2015 in die Insolvenz geschlitterten Zielpunkt-Kette.

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Wertung: 4 von 5 Sternen
25 Stimmen

Kommentare

  • Der Zweck von Eigenmarken ...
    von REDAKTION am 18.05.2020 um 14:18
    Wir sind weit davon entfernt, Werbung für Handelsmarken machen zu wollen. In unserem Beitrag geht es rein um einen Qualitätsvergleich der Produkte, die wir in den vergangenen Jahren getestet haben. Ihre Argumentation mag etwas für sich haben, zu bedenken ist aber auch, dass die Konsumentinnen und Konsumenten bei Markenprodukten auch die Kosten mittragen müssen, die für die Werbung anfallen. Eine Werbung, die impliziert, dass nur Markenprodukte wirklich gut sind. Aber so einfach ist das eben auch nicht, wie unsere Tests zeigen.
    Ihr KONSUMENT-Team.
  • Der Zweck von Eigenmarken ...
    von EiglN am 17.05.2020 um 09:12
    ist
    - Erhöhung der Abhängigkeit des Lieferanten
    - Wertschöpfung in die eigene Hand bekommen (in Richtung Monopolisierung)
    - Preis drücken
    - eigen-Image stärken

    Warum sich der VKI freut, dass Gewinne nur mehr bei den großen Handelsketten gemacht werden und nicht mehr bei den vielen Markenproduzenten, ist sehr kurzsichtig gedacht. Denn dort werden die Arbeitsplätz prekärer, die Innovations- und Investitionskraft geringer und Arbeitsplätze wackeln. Die Arbeitslosen freuen sich dann über 3 cent billigere Kekse, aber das wars auch schon. Alles gut?