KONSUMENT.AT - Wasserverbrauch - Österreich als Netto-Importeur

Wasserverbrauch

Unstillbarer Durst

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KONSUMENT 6/2017 veröffentlicht: 24.05.2017

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Virtuelles Wasser

Sogenanntes "virtuelles Wasser" wird mit dem Kauf jedes Produktes mitkonsumiert. So wird bei der Produktion von Rindfleisch nicht nur zum Tränken der Tiere Wasser benötigt, sondern auch für die Bewässerung der Futterpflanzen. Auf diese Weise summiert sich ­beispielsweise das für ein Kilogramm Rindfleisch verbrauchte Wasser auf 15.000 Liter, für ein Kilogramm Getreide sind es etwa 1.500 Liter und für ein Frühstücksei 196 Liter. Auch bei Industrieprodukten wird bis zum fertigen Produkt viel Wasser verbraucht. Das "Institute for Water Education" der UNESCO hat für viele Waren solche Berechnungen ­angestellt. Demnach werden bei der Her­stellung eines Baumwoll-T-Shirts 4.100 Liter verbraucht, für ein Auto bis zu 400.000 Liter.

Fotos: Pincarel, Kilroy79, Africa Studio / Shutterstock.com

Baumwollproduktion ineffizient

Baumwolle gehört zu den wasserintensivs­ten Kulturpflanzen überhaupt. Im weltweiten Durchschnitt sind 11.000 Liter Wasser nötig, um ein Kilogramm Baumwollstoff zu erhalten. Aufgrund ineffizienter Bewässerung ­erreichen nur 45 Prozent des eingesetzten Wassers die Baumwollpflanzen, der Rest verdunstet oder versickert.

Exporte verursachen Wasserknappheit

Das Konzept des "Wasser-Fußabdrucks" macht den Zusammenhang zwischen internationalem Handel, Nahrungsmittelproduktion und der lokalen Nutzung von Wasser­ressourcen deutlich. Es beinhaltet die direkt verbrauchte Wassermenge sowie das für die Produktion von Lebensmitteln und anderen Gütern verbrauchte sogenannte "virtuelle" Wasser. Dabei wird deutlich, dass in vielen Ländern insbesondere der hohe Wasserverbrauch der industriellen Lebensmittelerzeugung für den Export zur Wasserknappheit beiträgt.

Österreich als Netto-Importeur

Dieser Wasser-Fußabdruck summiert sich in Österreich auf 4.377 Liter pro Kopf und Tag. Davon entfallen über 80 Prozent auf landwirtschaftliche Produkte und etwa 14 Prozent auf industrielle. Österreich hat bei landwirtschaftlichen Produkten einen hohen Selbstversorgungsgrad und erzeugt seine Produkte sehr wassereffizient.

Doch von der verwendeten Wasser-Gesamtmenge ist nur etwa ein Drittel des Wassers aus Österreich, zwei Drittel kommen aus auslän­dischen Quellen. Österreich, das so stolz auf seinen Wasserreichtum ist, ist also ein Netto-Importeur von Wasser, wenn diese Gesamtrechnung zugrunde gelegt wird.

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