KONSUMENT - Coronavirus Ich habe ein Ticket. Bekomme ich mein Geld zurück?

Coronavirus: FAQ

Was Sie wissen sollten

Seite 1 von 5

Nächsten Inhalt anzeigen
veröffentlicht: 25.02.2020, aktualisiert: 01.04.2020

Inhalt

Bleiben Sie zu Hause! Österreichweite Ausgangsbeschränkung, Versammlungsverbot, Schließung von Handel, Gastronomie, Schulen und Lehrbetrieb. Was bedeutet das für Sie und Ihre Rechte als Arbeitnehmer und Konsument? – Wir beantworten Ihre Fragen.

Rufen Sie unsere VKI-Hotline zu reiserechtlichen Fragen an: 0800 201 211 (Mo – So, 9 bis 15 Uhr). 

Die aktuellen Einschränkungen in Österreich im Überblick:

  • „Ausgangsbeschränkung“ für ganz Österreich. Derzeit gibt es nur drei Gründe, das Haus zu verlassen: nicht aufschiebbare Berufsarbeit, dringende notwendige Besorgungen und zur Hilfe anderer Menschen.
  • Spaziergänge: Nur allein oder mit den Menschen, mit denen man zusammenlebt. Wichtig dabei: Abstand halten.
  • Schließung von Handel und Gastronomie: Ausgenommen sind u.a. Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Banken, Trafiken, Tankstellen sowie Gesundheits- und Pflegedienstleister. 
  • Im Supermarkt müssen Mundschutzmasken zum Fremdschutz getragen werden (ab 1. April).
  • Versammlungsverbot
  • starke Einschränkung sozialer Kontakte wird dringend (!) empfohlen 
  • Fachhochschulen und Universitäten bleiben geschlossen, Online-Angebot für Studierende
  • Kuranstalten sind geschlossen, Rehabilitationseinrichtungen dürfen nur für unbedingt notwendige medizinische Maßnahmen nach einer Akutbehandlung betreten werden.
  • Heimholung von Österreichern im Ausland 
  • Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen, alternative Betreuungsmöglichkeiten bleiben bestehen
  • AMS setzt seinen Schulungsbetrieb aus
  • Wenn möglich: Home Office
  • Verpflichtende Arbeitsfreistellung für gefährdete Personengruppen (wenn Home Office nicht möglich)
  • Absagen von Veranstaltungen
Welche Veranstaltungen werden abgesagt?
Veranstaltungen werden gänzlich untersagt. Das Sozialministerium stellt dazu klar: An keinem Ort sollen sich mehr als fünf Menschen auf einmal treffen. Einzige Ausnahmen sind Aktivitäten, die der Bekämpfung des Corona-Virus dienen. 
Auch zahlreiche internationale Großveranstaltungen wurden für heuer bereits abgesagt bzw. auf nächstes Jahr verschoben. Das betrifft z.B. auch die oder den Eurovision Song Contest .
 
Ich habe ein Ticket für eine Veranstaltung. Bekomme ich mein Geld zurück?
Ja. Konsumenten, die bereits Karten für Konzerte, Theatervorstellungen oder Sportveranstaltungen gekauft haben, haben ein Recht auf Rückzahlung des Kaufpreises. Der Grund für die Absage liegt nicht in Ihrer Verantwortung. Falls möglich, können Sie sich natürlich mit den Veranstaltern auf einen späteren Termin einigen.
 
Ich habe ein Abo bei einem Fitnesscenter. Muss ich weiterhin zahlen, obwohl es geschlossen ist?
Nein. Solange Freizeitdienstleister geschlossen sind, entfällt aus rechtlicher Sicht die Zahlungsverpflichtung. Sie müssen in diesem Zeitraum also NICHT für Ihre Mitgliedschaft zahlen, da die Leistung des Fitnesscenters nicht erbracht werden kann. Für den Monat März können Sie den halben Betrag zurückverlangen. Für den April kann die Zahlung eingestellt werden. Wer zukünftige Zahlungen stoppen will, muss seine Bank informieren und den Dauerauftrag oder das Lastschriftverfahren widerrufen. Wir empfehlen, das Unternehmen schriftlich darüber zu informieren und die entsprechenden Unterlagen als Nachweis aufzubewahren.
 
Kann ich meinen bereits gebuchten Thermenaufenthalt kostenfrei stornieren?
Ja. Wenn die Therme geschlossen ist und Ihr Aufenthalt demnächst beginnen würde, können sie kostenfrei stornieren. Sie haben auch hier ein Rücktrittsrecht, weil die Leistung nicht erbracht werden kann.
 
Können Mundschutzmasken eine Ansteckung verhindern? 
Nein, herkömmliche Mundschutzmasken ( MNS-Masken ) sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden. Sie dienen aber als Fremdschutz. Deshalb ist es wichtig, trotz Maske Abstand zu halten und alle anderen Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten, so VKI-Expertin Angela Tichy.
 
Wie melde ich mich krank?
Kommen Sie nicht in die Arztpraxis! In den meisten Fällen ist eine telefonische Krankmeldung bei Ärzten mit Kassenvertrag möglich. Konkret gilt das für Arbeiter, Angestellte, Beamte und Eisenbahner (Versicherte von ÖGK und BVAEB). Keine Krankmeldung ist erforderlich, wenn Sie in Quarantäne (nach dem Epidemiegesetz) sind. Laut Arbeiterkammer müssen Sie in diesem Fall nur Ihren Arbeitgeber informieren.
 
Darf ich aus Angst vor dem Virus eigenmächtig zu Hause bleiben?
Nein. Ein grundloses eigenmächtiges Fernbleiben von der Arbeit stellt eine Verletzung der Dienstpflichten dar. Dies kann arbeitsrechtliche Folgen haben (bis hin zur Entlassung). Es könnte nur dann gerechtfertigt sein, wenn es im unmittelbaren Arbeitsumfeld bereits zu einer Ansteckung mit dem Virus gekommen ist. Ausgenommen davon sind alle Arbeitnehmer, die berufsbedingt regelmäßig mit Krankheiten zu tun haben (z.B. in Spitälern oder Apotheken). Wenn Home Office bei Ihnen nicht möglich ist und Sie der Risikogruppe angehören, werden Sie verpflichtend von der Arbeit freigestellt.
 
Mehr arbeitsrechtliche Fragen und Antworten lesen Sie hier
Inhalt

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
33 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Links zum Kommentar
    von GottschallCh am 25.03.2020 um 19:42
    Beim ersten Mal hat das Webformular die Quellenlinks verschluckt, deshalb hier nachgeliefert:

    [1] - https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2020_II_98/BGBLA_2020_II_98.html
    [2] - https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/php/risk-assessment.html
  • Rechtslage und offene Fragen
    von GottschallCh am 25.03.2020 um 19:41
    Mit "[d]erzeit gibt es nur drei Gründe, das Haus zu verlassen" mögen Sie in der Sache recht haben, aber rechtlich wäre das eine Falschinformation.

    Die gegenständliche Verordnung in der geltenden Fassung [1] erlaubt JEDES Verlassen des Hauses, "wenn öffentliche Orte im Freien alleine, mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren betreten werden sollen, gegenüber anderen Personen ist dabei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten." (loc. cit.) Also nicht nur Spaziergänge, sondern auch Wandertouren, Radtraining, Picknicks und sogar Frieren auf der Parkbank.

    Ein Meter erscheint mir laienhaft zu gering. Die CDC empfehlen "6 feet or 2 meters".[2]

    Wenige Absätze später schreiben Sie, "eigenmächtiges Fernbleiben von der Arbeit stellt eine Verletzung der Dienstpflichten dar". Heißt das, dass auch im Widerspruch zur Verordnung man das Haus sogar dann verlassen muss, wenn gar keine "nicht aufschiebbare Berufsarbeit" vorliegt, sondern wenn die Arbeitgeberin es einfach so möchte?