KONSUMENT.AT - Greenwashing - Beispiel: Vöslauer

Greenwashing

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KONSUMENT 2/2019 veröffentlicht: 31.01.2019

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Beispiel: Vöslauer

Der österreichische Mineralwasserproduzent verspricht mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung, die nach Aussage des Unternehmens bei der EU gemeldet wurde, einen höheren Einsatz von Recyclat-Material in der Flaschenproduktion. "Das bedeutet in konkreten Zahlen eine Steigerung von aktuell 3.300 Tonnen rePET (recyceltes PET) auf 5.500 Tonnen rePET bis zum Jahr 2025", schreibt Vöslauer.

Nunu Kaller (Greenpeace): "Die 100 Prozent RePET Flaschen sind definitiv ein sehr guter Schritt. Damit lässt sich viel neu produzierter Kunststoff einsparen. Auch, dass Vöslauer als erster Produzent die Pfand-Glasflasche wieder eingeführt hat, ist sehr begrüßenswert. Grundsätzlich ist Vöslauer ein Unternehmen, das daran arbeitet, in seinem Kerngeschäft nachhaltige Verbesserungen zu erzielen, aber der Weg ist sicherlich noch ein weiter."

Raphael Fink (Umweltzeichen): 

"Vöslauer beschäftigt sich in seinem Kerngeschäft, dem Verkauf von in Flaschen abgepacktem Wasser, mit der Reduzierung des Materialaufwands, der Erhöhung des Einsatzes von rezykliertem PET und dem Test von alternativen Verpackungslösungen.

Das geht aus Nachhaltigkeitsperspektive in die richtige Richtung, denn: refuse, reduce, reuse, recycle, rot. Den Einsatz von Materialien zu reduzieren, ist ökologischer als lediglich mehr rezykliertes Material zu verwenden. Die Reduktion des Materialaufwands und der Einsatz wiederverwerteter Materialien müssen Hand in Hand gehen – einerseits um den Materialverbrauch insgesamt zu senken, andererseits, weil oftmals gar nicht ausreichend wiederverwertetes Material am Markt vorhanden ist.

Dennoch gäbe es bessere Alternativen als rezykliertes PET. Etwas, was es schon einmal im großen Stil gab. Glas. Mehrweg ist aus ökologischer Perspektive besser als Einweg. Auch besser als Einweg aus wiederverwerteten Materialien.

Deshalb wäre es wünschenswert, dass Getränkehersteller wie Vöslauer wieder vermehrt auf Mehrwegglasflaschen setzen – und das nicht nur in der Gastronomie bzw. im Großhandel. Sondern auch im Lebensmitteleinzelhandel, um für Konsumenten ein breites nachhaltiges Angebot zu schaffen. Für zuhause oder das Büro können Mehrwegglasflaschen eine ökologische und auch praktikable Alternative darstellen – für unterwegs oder beim Sport gibt es dann die rePET-Flasche. Vöslauer könnte als Big Player in diesem Bereich auch bei der Kommunikation einen Hebel ansetzen – damit so der Weg zu echter Nachhaltigkeit geebnet wird. Zentral ist hierbei aber auch die Einbindung des Lebensmitteleinzelhandels – der sich gerne auf die Konsumenten ausredet, die Mehrweg angeblich nicht wollen. Wenn es beim Bier funktioniert: warum nicht auch beim Wasser?"

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